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HORI Split Pad Pro - Hardware-Test

Mehr Kontrolle, weniger Saft

Hardware: Test Video Steffen Haubner

Wow, was ist das? Eine XXL-Switch? Auf den Gedanken könnte man kommen, wenn man Nintendos Hybridkonsole mit den seitlich angedockten Teilen des HORI Split Pad Pro sieht. Der Controller erschien bereits im Herbst 2019 und war ursprünglich für das Spiel "Daemon X Machina" gedacht. Laut Hersteller entwickelte es sich bald zum Bestseller. Aufgrund der hohen Nachfrage entschied man sich dann dafür, das Split Pad Pro zu rebranden. Das "Split" im Namen kommt daher, dass das Accessoire im Grunde ein in der Mitte durchgeschnittenes Gamepad ist, das die originalen Joy-Cons ersetzt. Das führt dazu, dass die Switch um insgesamt gut 6 cm in die Breite wächst. Nach unten kommt wegen der verlängerten Griffe noch mal etwa ein halber Zentimeter dazu. Gut, so richtig "mobil" ist das Ergebnis also nur noch bedingt. Zumindest muss man sich künftig nach einer grösseren Transporteinheit umsehen, denn in die herkömmlichen Cases passt das so gemoddete Device natürlich nicht mehr. Glücklicherweise ändert sich am Gewicht nicht dramatisch viel. Etwa 76 und 77 g bringen die beiden Teile auf die Küchenwaage, die Switch wird damit nur um insgesamt erträgliche 153 g schwerer.

Pah! Wer braucht das schon?!

Aber wozu überhaupt die ganze Übung? Na ja, die Joy-Cons, sagen wir es, wie es ist, haben sich auf Dauer nicht unbedingt als die idealen Eingabegeräte erweisen - um es mal vorsichtig auszudrücken. Daran ändert auch die ganze Liebe zur Switch nichts. Für die nicht eben filigranen Fingerchen des Autors dieser Zeilen ist es jedenfalls eher mühsam, längere Zeit Eingabe-intensive Games wie "Diablo III" zu zocken. Manch einem Spieler liegen zudem die Z/ZL- und R/RL-Schultertasten zu nahe beieinander. Wenn es euch ähnlich geht: Mit dem HORI Split Pad Pro könnt ihr da recht einfach Abhilfe schaffen. Ein echter Kaufgrund ist aber vor allem das Steuerkreuz auf der linken Seite. Habt ihr das am Original immer vermisst? Voilà! Keine Extras an dieser Stelle, nur einfach ein Steuerkreuz, das den Namen auch verdient. Die Buttons auf der anderen Seite bestehen aus griffigen Rubberdomes mit klaren, weitgehend identischen Druckpunkten. Auch keine Selbstverständlichkeit. Ebenfalls nicht ganz unwichtig: Die beiden Dinger sind ruckzuck installiert und lassen sich fast genauso geschmeidig in die Seitenschienen versenken wie die Originale. Erkannt werden sie sofort ohne weitere Installation oder Zusatz-Software. Auch in die originale Docking-Station passt eure Konsole danach einwandfrei.

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"Hyrule Warriors" ohne Knoten in den Fingern - das Split Pad macht's möglich

Bevor wir auf ein paar technische Details eingehen, sollten wir vielleicht grundsätzlich die Frage klären, für wen und für welche Spiele der "Umbau" überhaupt infrage kommt. Der erste Teil der Frage lässt sich klar beantworten: für Solospieler, die hauptsächlich im Handheld-Modus und zu Hause spielen. Die Joy-Cons sind ja gerade für grössere Hände ziemlich klein, das ist das Split Pad eine super Alternative. Die Griffe sind zudem sehr viel ergonomischer. Die gummierten Analogsticks haben kleine Mulden und erweisen sich auch bei längeren Sessions als Daumenschmeichler. Mal abgesehen davon, dass sie einem deutlich mehr Kontrolle geben - denn es handelt sich um echte Analogsticks. Die Verarbeitung ist top, die Switch liegt mithilfe der rückwärtigen, im Vergleich zum Original höheren Stützen merklich stabiler auf geraden Untergründen. Einen Xbox-One-Controller oder dergleichen solltet ihr aber nicht erwarten, zumal sich die beiden Einheiten nicht zu einem kompletten Controller zusammenstecken lassen.

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Steuerkreuz ahoi: Nicht nur für Prügelspiel-Fans geht mit dem Split Pad Pro die Sonne auf

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