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Google kündigt Stadia an

Neue Game-Streaming-Plattform mit interessanten Features

News Video Michael Sosinka

Google hat heute die Game-Streaming-Plattform Stadia enthüllt, die das Streamen von Spielen auf ein neues Level heben könnte.

Google hat heute keine neue Konsole angekündigt. Stattdessen wurde auf der GDC 2019 die Game-Streaming-Plattform Stadia enthüllt, die einige durchaus interessante Funktionen bieten wird. Stadia benötigt keine spezielle Hardware. Man kann die Spiele auf Tablets oder Smartphones, im Chrome-Browser auf dem PC oder direkt auf dem Smart-TV erleben. Das jeweilige Spiel läuft auf den Rechnern in den Google-Datenzentren, wobei zunächst bis zu 4K, 60 FPS, HDR und Surround Sound unterstützt werden. Später soll sogar 8K und 120 FPS möglich sein. Angaben zu Bandbreite, Latenz, Ping usw. wurden nicht gemacht.

Auf der Präsentation wurde gezeigt, wie man "Assassin's Creed: Odyssey" direkt aus einem YouTube-Trailer heraus starten kann, um dann innerhalb weniger Sekunden nahtlos die verschiedenen Endgeräte zu wechseln. Der Fortschritt wird sofort übernommen. Die Grundlage von Stadia ist ein System mit 10,7 Teraflops. Zum Vergleich: Die Xbox One X hat 6 Teraflops, die PlayStation 4 Pro liegt bei 4,2 Teraflops. Es sind also deutlich detaillierte Spiele möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass man innerhalb von Sekunden auf die Spiele zugreifen kann, ohne jemals Updates zu laden.

Die Google-Server-Infrastruktur soll ausserdem Multiplayer-Spiele in ungeahnten Grössen ermöglichen. Das gilt für die Spielerzahl und auch für komplett zerstörbare Umgebungen. Ausserdem wird Cheaten und Hacken unmöglich gemacht, so Google. Eine Hardware wurde dann doch noch angekündigt, der Stadia-Controller, der sich problemlos mit den verschiedenen Geräten verbindet und einen Share-Button mit YouTube-Anbindung bietet. Ein Google-Assistant-Button für Spracheingaben darf ebenfalls nicht fehlen. Man kann beispielsweise fragen, wie man ein Rätsel in "Shadow of the Tomb Raider" lösen soll. Und schon wird das passende YouTube-Video abgespielt. Jedoch darf man auch ganz normale USB-Controller sowie Maus und Tastatur verwenden.

Über das sogenannte Crowd-Play ist es möglich, einen Stream auf YouTube zu verfolgen, um sofort per Tastendruck direkt in das gezeigte Spiel einzusteigen. Auf diese Weise kann man zusammen mit YouTubern spielen. Auf der Bühne war id Software vertreten, weswegen "Doom Eternal" über Stadia spielbar sein wird. Google hat noch weitere Partner (es wurden Dev-Kits an über 100 Entwickler verschickt), doch darauf will man sich nicht zu 100 Prozent verlassen. Deswegen wurde mit Stadia Games and Entertainment ein eigenes Studio gegründet, um exklusive Titel zu entwickeln. Stadia Games and Entertainment wird von Jade Raymond geleitet. Stadia wird noch in diesem Jahr an den Start gehen, und zwar in den USA, Kanada, Grossbritannien und weiten Teilen Europas. Über Preise wurde nicht gesprochen. Weitere Informationen werden später im Jahr folgen.

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