Star Trek Fleet Command - Test / Review

Das beste Star-Trek-Spiel, das es nie hätte geben sollen

Test Video Roger Sieber getestet auf iPhone

Warum testet ihr mit "Star Trek Fleet Command" ein über fünf Jahre altes Strategiespiel? Eine berechtigte Frage, auf die ihr spätestens im Fazit eine passende Antwort erhalten werdet. Aber lasst uns das Review-Pferd nicht von hinten aufzäumen.

Seit einigen Tagen wirbt "Star Trek Fleet Command" vermehrt um die Gunst von angehenden Sternflottenkommandanten. Tolle Renderszenen werden in den Werbevideos auf YouTube gezeigt, die viel Lust auf das "Bestbewertete Star-Trek-Spiel" (Quelle: Website des Spiels) machen. Als langjährige Trekkies wollten wir uns das Update 67 "Into the Mirror Universe Part 1" deshalb nicht entgehen lassen und haben uns auf eine Reise in die unendlichen Weiten des Weltalls gewagt.

eXplore: Der Beginn einer Reise

Bei "Star Trek Fleet Command" handelt es sich um einen typischen Vertreter des 4X-MMO-Genres (eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate). Im Spiel erkundet ihr das umfangreiche "Star Trek"-Universum, baut langsam und stetig eure Flotte aus und besetzt die Brücken der Raumschiffe mit den passenden Crew-Mitgliedern. Dabei dürft ihr schon bald mit anderen Spielern interagieren und Allianzen bilden. Als Ausgangspunkt dient euch eure Sternenbasis, auf der ihr nebenbei auch Forschung betreibt und eure Ressourcen bunkert.

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Der umfangreiche Spielplatz, das Universum, ist von Anfang an aufgedeckt, lediglich die Details der Systeme bleiben im Dunkeln. Fürs Erste begrenzt die Warp-Reichweite eurer Raumschiffe, wie weit ihr ins unbekannte All vordringen könnt. Um die Reichweite zu verbessern, baut ihr neue Kreuzer und betreibt Forschung auf eurer Station. Damit ihr nicht in einem Niedriglevel-Bereich feststeckt, könnt ihr im späteren Verlauf des Spiels eure Station mittels Tokens in andere Systeme versetzen. Dafür benötigt ihr die entsprechende Ressource und einen freien Platz im Orbit eines passenden Planeten. Zudem müssen eure Raumschiffe im selben Sternensystem präsent sein.

eXpand: Fortschritt ohne Ende

Um voranzukommen, müsst ihr diverse Aufgaben erfüllen und vor allem Items sammeln. Mit Rekrutierungs-Tokens, die ihr gegen Besatzungskarten tauscht (aka Lootboxen öffnen), habt ihr die Möglichkeit, an neue Besatzungsmitglieder zu kommen. Welche ihr beim Einlösen erhaltet, ist dem Glück überlassen. Die begehrtesten Kommandanten sind natürlich auch am rarsten. Nicht selten benötigt ihr 120 Einheiten, um sie zu erhalten. Um das Mitglied danach weiter steigern zu können, sind nach wenigen Stufenaufstiegen weitere Einheiten notwendig.

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Um eure Fähigkeiten und Gebäude zu erweitern, müsst ihr lediglich die Forschung oder die Erweiterung der Gebäude initiieren. Danach gilt es nur noch zu warten, bis sie fertiggestellt sind. Anfänglich dauert dies nur wenige Sekunden. Ab Stufe 16 kann eine Forschungs- oder Erweiterungsaufgabe bereits mehrere Stunden bis Tage dauern. Natürlich könnt ihr die Wartezeiten, wie in vielen anderen Free2Play-Titeln üblich, durch Tokens verkürzen. Damit werdet ihr vor allem am Anfang eurer Reises regelrecht zugespammt. In den ersten beiden Tagen waren wir beinahe nur mit Forschung und dem Einsetzen dieser Beschleunigungs-Goodies beschäftigt. Auch während der folgenden Spieltage wurden wir regelrecht auf die Nutzung dieser Tokens konditioniert.

eXterminate: Attacke!

Ab Stufe 10 dürfen wir nun erstmals andere Spieler angreifen. Da wir uns auf ein friedliches Miteinander, beinahe eine "Star Trek"-Doktrin, konzentrieren möchten, verzichten wir vorerst darauf. Damit verzichten wir zugleich auf diverse Zusatzbelohnungen. Bei der OPS-Erweiterung auf Stufe 15 werden wir darauf hingewiesen, dass uns ein weiterer wichtiger Schritt bevorsteht: der Stationskampf. Mit Erreichen dieses Meilensteins startet der Kampf um wertvolle Ressourcen. Wir dürfen nun auch andere Stationen angreifen und deren Lager plündern. Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Mitspieler. Von nun an sind wir Freiwild.

Unser Inventar ist in den vergangenen Tagen immens angewachsen, und um es zu schützen, werden wir angewiesen, Tresorforschung zu treiben und unsere Ressourcen damit abzusichern. Gegen 20'000 Einheiten sind wir damit anfangs vor fremdem Zugriff sicher. Der Haken: Wir haben jedoch schon beinahe 6'000'000 Einheiten. Die restlichen "Schätze" können wir mit einem Friedensschild absichern. Diese existieren in verschiedenen Versionen: Von vier Stunden bis 30 Tage, es gibt sie in allen Varianten - im In-Game-Shop für Echtgeld, und hier endet der Spass.

eXploit: In-Game-Shop

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"Star Trek Fleet Command" ist vor allem eines: ein Schwarzes Loch, in dem unser Geld verschwindet. An jeder Ecke werden wir aufgemuntert, Ressourcen, Beschleunigungs-Tokens oder auch Friedensschilder mit Echtgeld zu kaufen. Hier von Mikrotransaktion zu sprechen, ist ein Hohn. Ein Item-Paket, mit dem man gleichzeitig ein Friedensschild über sieben Tage erhält, kostet bereits 100 CHF! Wer sich Spiegel-Data gönnen möchte, darf sich das "Spiegel-Data-Eliten-Freischaltungspaket" für ebenfalls 100 CHF gönnen. Um an "Spiegel-Picard" zu kommen, holt sich ein Fan das "Elite-Premium-Belohnungspaket", gern fünf Mal, denn schliesslich ist Picard gerade mal mit 20 Einheiten vertreten. Zum Freischalten werden deren 100 benötigt. Wer ihn möchte, investiert pro Paket nochmals 100 CHF.

Fazit

Wer gut unterhalten werden will, verzichtet auf "Star Trek Fleet Command" und holt sich besser ein Apple-Arcade-Abo. Dort findet ihr jede Menge toller Spiele für weniger als 8 CHF im Monat – und das komplett ohne Mikro- und Makrotransaktionen. Den ersten Monat gibt's sogar umsonst!

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Jetzt seid ihr an der Reihe: Was haltet ihr von Spielen wie "Star Trek Fleet Command"?

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