Still Wakes the Deep - Test / Review

Intensives Horror-Erlebnis

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Moderne First-Person-Adventures mit hohem Story-Fokus sind das Steckenpferd des Entwicklers The Chinese Room. Das neueste Werk der Briten bringt euch auf eine Ölbohrinsel in der Nordsee, auf der nach kurzer Zeit die Hölle losbricht. Warum das Horror-Abenteuer trotz des eher seichten Gameplays ein packendes Erlebnis bietet, verrät unser Test.

Schottland im Jahr 1975: Elektriker Caz McLeary heuert auf einer Ölbohrinsel in der Nordsee nahe der schottischen Stadt Aberdeen an. In einem Brief seiner Ehefrau Suze erfährt er, dass sie sich von ihm scheiden lassen will. Diese Hiobsbotschaft soll allerdings nicht Caz' einzige Sorge bleiben. Denn wenige Tage zuvor hat er bei einer Schlägerei einen anderen schwer verletzt. Das ruft nicht nur die Polizei auf den Plan, sondern bewegt seinen cholerischen Chef dazu, ihn mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Aber es kommt noch schlimmer: Kurz bevor er in den Helikopter steigen kann, der ihn zurück ans Festland bringt, geschieht ein Unfall. Caz stürzt ins eiskalte Meer. Als er wieder zu sich kommt, ist auf der Ölplattform alles anders. Denn bei der letzten Bohrung haben seine Kollegen irgendetwas am Meeresgrund aufgeweckt, das einen Arbeiter nach dem anderen tötet.

Linearer Horror-Trip

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Grundsätzlich schlägt "Still Wakes the Deep" in die gleiche Kerbe wie "Firewatch" oder auch die von The Chinese Room selbst entwickelte Horror-Fortsetzung "Amnesia: A Machine for Pigs". Es handelt sich also um ein First-Person-Adventure, in dem der Schwerpunkt auf Story, Dialogen und vor allem der Atmosphäre liegt, während das Gameplay eher minimalistisch geprägt ist. Der grösste Unterschied zu den beiden genannten Vergleichsspielen besteht im noch deutlich lineareren Verlauf. Existiert gerade in "Firewatch" durch aufschlussreiche Schriftstücke oder Sammelobjekte auch reichlich Raum zur Erkundung, gibt es in "Still Wakes the Deep" abseits der später zunehmend schlauchartigen Route vergleichsweise wenig zu entdecken. Optionale Aufgaben oder Multiple-Choice-Dialoge, mit denen ihr auch nur minimal Einfluss nehmen könnt, gibt es ebenfalls keine.

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Was hier aber zunächst wie eine Schwäche klingt, ist am Ende gar keine. Denn "Still Wakes the Deep" inszeniert durch den Verzicht auf viel Drumherum ein durchgehend fesselndes Erlebnis ohne Längen. Nichts lenkt unnötig ab. Das Potenzial insbesondere für erzählerische Widersprüche wird durch die geringen Abweichungsmöglichkeiten auf ein Minimum reduziert. Und dennoch gelingt The Chinese Room mit sechs Stunden eine verhältnismässig hohe Spielzeit, von der die meisten ähnlich gelagerten Games nur träumen können. Darüber hinaus bietet "Still Wakes the Deep" ein zwar nicht gerade anspruchsvolles, aber erfreulich vielfältiges Gameplay.

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