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Sunset Overdrive

Da bleibt einem die Spucke weg

Test Alain Jollat getestet auf

Eine weitere Besonderheit des überdrehten Open-World-Wahnsinns ist das Grinding-System. Man bewegt sich nicht wie ein gewöhnlicher Lulatsch quer durch die Häuserschluchten, sondern man schleift über Geländer und Dachkante, rennt Häuserfassaden entlang oder flutscht über Seile und Kabel, als gäbe es nichts Schöneres in einer mutantenverseuchten Stadt. Diese Art der Fortbewegung funktioniert ganz gut, sofern man sich denn an die Steuerung gewöhnt hat. Während sich beispielsweise die Assassinen aus den jeweiligen Ubisoft-Titeln automatisch festhalten, wo es eben möglich ist, muss man in "Sunset Overdrive" manuell andocken. Springt man auf ein Geländer und drückt den entsprechenden Button nicht, landet man auf oder neben dem Geländer. Drückt man den Button, dockt der Held an und railt solange weiter, wie es möglich ist. Dabei wird auch um die Ecke weitergerutscht, wenn es nötig ist.

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Während dieser Zeit kann man sich nämlich ganz aufs Rumballern konzentrieren. Und wer es etwas einfacher beim Zielen haben will, der darf während ein paar Sekunden das Geschehen auf dem Bildschirm etwas drosseln, um die Gegner besser ins Fadenkreuz nehmen zu können. Ganz generell ist hier nicht der Skill eines Snipers gefragt, denn das Zielsystem ist relativ nachsichtig und lässt einem einiges durchgehen – falls die Waffe nicht ohnehin einen ganzen Häuserblock in die Luft sprengt. Das wiederum passt hervorragend zum Grundton des Spiels und macht jede Menge Spass. Und wenn man dann doch einmal das Zeitliche segnet, ist man in Sekundenschnelle wieder mitten im Geschehen.

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Die Steuerung verlangt einem – wie bereits erwähnt – zwar einiges an Übung ab. Bis man so flüssig durch die Gegend sliden, grinden und hüpfen kann, wie man das aus den Trailern des Spiels kennt, dauert es etwas. Aber Übung macht bekanntlich den Meister und so richtig frustrierend werden die Versuche glücklicherweise nie.

Reizüberflutung Deluxe

Das Spiel ist bunt, schnell und überdreht. Eine Explosion jagt die andere und die orangen Blutfontänen der abgemetzelten Fleischklops-Mutanten spritzen aus allen Ecken und Enden. Sunset City sieht trotz der widrigen Umstände, mit der die Stadt und man selbst kämpfen, grandios aus. Der eigenwillige Grafikstil und die passende musikalische Untermalung unterstützen das Spielerlebnis perfekt und passen wie die Faust aufs Auge.

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