Hyper Mega Tech! Super Pocket - Test / Review

Neo Geo und Data East Edition auf den Zahn gefühlt

Hardware: Test Video Sönke Siemens

Am 14. November 2023 kam das von Blaze hergestellte und unter dem Label Hyper Mega Tech! vermarktete Retro-Gaming-Handheld Super Pocket erstmals auf den Markt. Seither hat der britische Hardware-Spezialist sechs verschiedene Modelle veröffentlicht. Den zwei neuesten Varianten - der Neo Geo Edition und der Data East Edition - haben wir über mehrere Wochen auf den Zahn gefühlt. In diesem Special präsentieren wir euch unsere Testergebnisse, stellen die verschiedenen vorinstallierten, teils wirklich hochkarätigen Retrospiele vor und verraten euch, was es mit der Evercade-Kompatibilität auf sich hat und ob sich die Investition von verlockenden 56,90 CHF pro Gerät lohnt.

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Das Super Pocket Neo Geo Edition kommt mit 14 vorinstallierten Spielen, die Data East Edition mit 18

Kommen wir zunächst zur eigentlichen Hardware. Die ähnelt optisch auf den ersten Blick einem Game Boy, jedoch mit zahlreichen Unterschieden. So sind auf der rechten Oberseite nicht zwei, sondern gleich vier Aktionstasten (A, B, X, Y) verbaut. Das sehr responsive D-Pad hingegen ruht auf einer kreisrunden Scheibe. Schräg rechts darüber befindet sich eine gut erreichbare Taste mit drei kleinen, horizontalen Einkerbungen. Sie dient zum Öffnen des Konfigurationsmenüs der Konsole. Blieben noch die Tasten Select und Start. Letztere verwendet man, wie anzunehmen, zum Start des Spiels, nachdem das Hauptmenü eines Titels geladen wurde. Und erstgenannte in der Regel dazu, neue Credits einzuwerfen.

Unten in der Mitte des Super Pocket zwischen der Select- und Start-Taste verbaut Blaze einen für diesen Formfaktor durchaus kraftvollen Mono-Lautsprecher, dessen Lautstärke sich über zwei zusammenhängende Tasten hinten rechts am Gerät in zehn Stufen regulieren lässt. Stichwort Tonausgabe: Die erfolgt alternativ über den 3,5-mm-Klinkenstecker-Ausgang vorne links an der Unterseite.

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Mit nur 164 g ist das Super Pocket erfreulich leicht, was der hohen Portabilität sehr entgegenkommt

Gleich rechts davon thront der Ein-/Aus-Schiebeschalter samt Status-LED, gefolgt von einem klassischen USB-C-Port zum Aufladen des Super Pocket. Dessen interner Akku hält im Schnitt rund vier Stunden Dauerdaddeln durch und ist dank Fast Charging auch recht schnell wieder einsatzbereit, sprich in etwa 30 Minuten. Ein schwarzes, 1 m langes USB-C-auf-USB-A-Kabel liegt bei, nicht aber (wie mittlerweile in der Branche üblich) das dazu nötige USB-Netzteil. Da das Super Pocket lediglich 5 V und 1 A Eingangsspannung benötigt, könnt ihr zum Nachtanken allerdings jedes handelsübliche Smartphone-, Tablet-, Reise- oder Steckdosen-Netzteil verwenden.

Kleines, aber gelungenes Display

Zur Darstellung der Spiele entschieden sich die Engländer für ein High-Quality-IPS-Display mit einer Bilddiagonalen von 2,8 Zoll und einer Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten. Im Test mit mehr als 30 Games stellte der Screen alle Titel fehlerfrei dar, verschmierte nicht, überzeugte mit knalligen Farben und gab auch sonst keinen Grund zur Beanstandung. Lediglich beim Starten der Spiele wird das Display für eine Sekunde grün, was jedoch vielmehr dem Emulator geschuldet ist und nicht weiter stört.

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Metal Slug X ist auch Jahrzehnte später eine echte Spassgranate

Die Helligkeit könnt ihr leider nicht anpassen, wohl aber das Seitenverhältnis. Während Vollbild alle Ränder eliminiert und den Screen komplett ausfüllt, sorgt die Darstellung in Originalgrösse in der Regel für kleine schwarze Balken am linken und rechten Rand. Praktisch identisch mit dem Original ist die Darstellung "Pixelperfekt". Dabei wird das ursprüngliche Seitenverhältnis ebenso beibehalten wie die ursprüngliche Auflösung. Verzerrungen und Skalierungseffekte gibt es nicht. Grösstes Manko dieser Einstellung: Dünne schwarze Ränder tauchen nun sowohl links und rechts als auch unten und oben am Bildschirm auf.

In Anbetracht der doch recht kompakten Display-Fläche raten wir daher zur Vollbild-Darstellung ohne Ränder. Letztendlich muss allerdings jeder selbst entscheiden, welche Option am besten zu den eigenen Präferenzen passt.

Ferner dürft ihr das Vorhandensein von Scanlines regulieren und dabei zwischen drei Optionen ("Keine", "Schwache", "Starke") wählen. Wem der Begriff Scanlines nichts sagt: Gemeint sind horizontal verlaufende Linien, die Spiele so erscheinen lassen, als würden sie auf alten Röhrenfernsehern laufen. Wer die maximale Retro-Erfahrung wünscht, kann diese Option durchaus mal aktivieren. Im Test empfanden wir die Darstellung ohne Scanlines jedoch als einen Tick hübscher und vor allem klarer. Letztendlich ist allerdings auch das Geschmacksache. Prima: Sowohl Seitenverhältnis als auch Scanlines dürfen im laufenden Spiel über das Menü angepasst werden.

Hinweis: Super Pocket gibt's portofrei bei World of Games

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