Ein Online-Fussballmanager mit taktischer Tiefe, der aber auch einsteigerfreundlich ist: Daran arbeitet derzeit das Schweizer Studio Pulse. Bei der Entwicklung des Smartphone- und Browser-Games "Pulse" lässt die Firma aus Walzenhausen ihre Community intensiv mitbestimmen. Ein Interview.
Sie sind seit Kindestagen befreundet und gründeten 2024 gemeinsam Studio Pulse: Samuel Aaron Marti, Luca Stillhard und David Geisser. Den Studionamen erklärt Luca so: "Pulse sorgt dafür, dass Menschen beim Fussball wieder Emotionen spüren. Der Puls steigt." Ihr erstes Spiel ist besagter "Pulse Fussballmanager", ein Online-Titel für Smartphones und Webbrowser. Im Interview spricht das Gründertrio über Game-Design-Herausforderungen, Spielstrategien, die Beteiligung der Community und vieles mehr.
Hinweis: Das Studio Pulse und ihr Spiel werden an der diesjährigen Fantasy Basel am Stand von GAMES.CH vertreten sein.

Worum geht es in "Pulse"? Und wie kamt ihr auf die Idee zu dem Spiel?
Luca Stillhard: "Pulse" ist ein Online-Fussballmanager. Man kann sowohl im Browser als auch in der App direkt und komplett kostenlos mit seinem Team und einzigartigen Spielern starten. "Pulse" ist dabei die ideale Kombination des EA Fussball Manager mit MMO-Logiken und modernster Technik für ein spannendes Gameplay. Der Fokus liegt auf fest etablierten Ligen, in denen Manager langfristig Teams aufbauen und gegeneinander antreten lassen. Uns ist die Idee für "Pulse" gekommen, weil wir selbst grosse Gaming- und Fussball-Fans sind. Nachdem bei mir ein weiterer Streamingdienst noch mehr Geld wollte, damit ich mein Lieblingsteam anschauen kann, haben wir uns gesagt: Wir machen Fussball wieder so, wie er sein sollte. Für alle, mit Fun und mit Freunden.
Was sind - in puncto Game-Design - die grössten Herausforderungen?
Samuel Aaron Marti: Die Herausforderung ist es, ein komplexes und interessantes Spiel zu gestalten, das einsteigerfreundlich bleibt. Da muss man schlau die Balance zwischen Tiefe und Casual Gaming finden. Manager, die beispielsweise via Android-Store einsteigen, sind tendenziell eher Casual-Manager, während Desktop-User eher Tiefe schätzen. Das Balancing ist auch immer eine Herausforderung. Da müssen wir permanent darauf achten, wie sich die Manager verhalten, und entsprechend reagieren, wenn wir Probleme feststellen. Ideen und Community-Input helfen uns dabei sehr und sind auch zahlreich. Da gilt es dann zu priorisieren, damit wir die spannendsten Features zuerst verwirklichen. Dafür haben wir unsere Roadmap, bei der User aktiv abstimmen können.

Wie wichtig sind die einzigartigen Spieler für das Gesamtkonzept?
Luca Stillhard: Die einzigartigen Spieler sind etwas, was uns stark von der Konkurrenz abhebt. Jeder Spieler hat ein eigenes Aussehen, einen eigenen Charakter und somit ein eigenes Wesen. Im "Pulse"-Universum bauen wir auf diese Weise eigene Superstars, zu denen die Manager eine Bindung aufbauen. Sätze wie "Ich kann ihn nicht verkaufen, er ist meine Legende!" fallen oft von Managern und zeigen, wie dies bereits funktioniert. Künftig werden wir diesen Realismus permanent ausbauen: Storytelling, Konflikte zwischen Spielern und individuelle Story-Arcs sind Ziele, die wir umsetzen werden.

Auf welchen Wegen können Spieler ein Team aufbauen?
David Geisser: Man startet mit 18 Spielern, neue Manager müssen dann das vorhandene Spielermaterial analysieren und daraus eine gute Basis für den Erfolg ihrer Mannschaft schaffen. Fehlende Spieler oder neue Talente können über ein Scouting oder den Transfermarkt ergänzt werden. Beim Scouting kann man einen von fünf Scouts anrufen und bekommt dann einen Report mit einem bis sechs Spielern, aus denen man seinen Wunschkandidaten aussuchen kann. Der Transfermarkt funktioniert so: Abgebende Vereine können Spieler für drei Tage auf der Transferliste registrieren. In dieser Zeit können alle Manager ihre Angebote abgeben. Die Angebote anderer Manager sind nicht einsehbar. Sobald die Transferperiode abgelaufen ist, wird das höchste Angebot angenommen. Somit kann man sich sowohl kurzfristig als auch langfristig zum Erfolg coachen.

Wie ist das Taktiksystem grundsätzlich aufgebaut?
David Geisser: Taktisch kann ein Manager sich mit der Aufstellung, klugen Auswechslungen oder einer Spezialtaktik einen Vorteil gegen seinen Gegner verschaffen. Insgesamt kann man aus 23 vordefinierten Feldpositionen seine Startelf definieren. Gegen einen sehr defensiven Gegner kann man zum Beispiel viele Spieler im Mittelfeld und Angriff aufstellen, um durchzubrechen und das Tor zu erzielen. Als Underdog kann man alles auf Verteidigung setzen, sich taktisch defensiv einstellen - und dann mit einem guten Freistossschützen auf den Lucky Punch hoffen. Mit den Auswechslungen kann man auch im Spiel noch auf einen Rückstand reagieren oder eine Führung verteidigen. Dafür kann man Szenarien vordefinieren, wann welche Einwechslung greifen soll.

