System Shock - Test / Review

Ein spielbares Stück Videospielgeschichte

Test Video Joel Kogler getestet auf PlayStation 5

Ganze 30 Jahre ist es her, dass "System Shock" Spieler dazu einlud, sich auf der Weltraumstation Citadel Station zu verirren und den Kampf gegen die wahnsinnige KI SHODAN aufzunehmen. "System Shock" hat damals nicht nur Spieler und Kritiker überzeugt, sondern ein ganzes Genre geschaffen, dessen Vermächtnis bis heute reicht. Die häufig als "Immersive Sim" bezeichneten Titel verbinden oft Rätsel, ausgiebige Erkundung und Shooter-Elemente mit einer aussergewöhnlichen spielerischen Freiheit.

Diese Konzepte wurden dann von den Entwicklern in einem Folgeprojekt namens "Deus Ex" vertieft, und die 1999 erschienene Fortsetzung wurde bereits mit dem Tochterstudio Irrational Games entwickelt. Es setzte später die Ideen und Ansätze aus "System Shock" in einem neuen, eigenen Setting um: "BioShock".

"System Shock" dient also als Startpunkt für viele der grössten Klassiker der Videospielgeschichte und gilt zu Recht als Pionier des Mediums. Da erstaunt es nicht, dass es sich Entwickler Nightdive Studios zur Aufgabe gemacht hat, diesem Klassiker neues Leben einzuhauchen. Nach langer Entwicklungszeit und vielen Verschiebungen erschien "System Shock" als Remake im letzten Jahr dann endlich für PC.

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Jetzt kommen zum ersten Mal auch Konsolenspieler in den Genuss dieses Klassikers, weshalb wir uns die PS5-Version des Remakes geschnappt haben, um zu sehen, ob das Spiel den heutigen Erwartungen noch standhält.

Im Weltall hört dich niemand sterben

Eigentlich sollte euer Job ja ganz einfach sein: In der Rolle eines namenlosen Hackers verschafft ihr euch Zutritt in die Datenbank der TriOptimum Corporation. Ziel ist es, die Baupläne für ein neurales Interface zu stehlen, das es euch erlaubt, noch direkter mit Maschinen zu interagieren. Leider fliegt ihr auf und werdet verhaftet. Als ihr wieder zu euch kommt, seid ihr auf der gewaltigen Weltraumstation Citadel Station, wo euch einer der TriOptimum-Geschäftsleiter erklärt, dass er eure Hilfe braucht. Offenbar hat die künstliche Intelligenz der Station immer wieder Probleme, und der Grund dafür sind fehlerhafte ethische Protokolle. Wenn ihr sie deaktiviert, erhaltet ihr nicht nur eure Freiheit zurück, sondern auch das Implantat obendrauf.

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Nichts leichter als das. Nach einem erholsamen sechsmonatigen Cryo-Schlaf wacht ihr mit eurem neuen Implantat auf der Krankenstation auf. Komisch, da sind ja gar keine Ärzte ...

Nach einem kurzen, geführten Intro lässt euch "System Shock" selber die gewaltige Weltraumstation erkunden und überlässt es euch, die Geschichte aus Textdokumenten und Sprachnachrichten zusammenzusetzen. Warum begegnen euch in den schummrigen Gängen immer wieder Monster? Warum scheint die künstliche Intelligenz SHODAN darauf erpicht, die Menscheit auszulöschen?

Beeindruckend ist, dass "System Shock" es trotz einer komplett nicht linearen Geschichte schafft, einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Moderne Open-World-Spiele verlieren sich oft in Nebensächlichkeiten und lenken euch von der Geschichte ab. In "System Shock" hingegen wartet alle fünf Minuten ein neues Story-Häppchen auf euch, was im Remake zusätzlich noch sehr gelungen vertont wurde. So seid ihr stets motiviert, jeden Raum genau zu durchsuchen - sowohl nach nützlichen Gegenständen als auch nach Überbleibseln der Crew.

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