Inhaltliche Neuerungen und technische Makel
Doch welche Überarbeitungen und Verbesserungen bietet das Remaster des Action-RPGs eigentlich? Für die Neuauflage hat Bandai Namco an verschiedenen Stellschrauben gedreht und zum Beispiel die Bewegungsgeschwindigkeit der Charaktere erhöht, ein Sternsymbol als Markierung für die nächste Hauptquest eingefügt oder jene NPCs mit einem "!" gekennzeichnet, die eine optionale Nebenmission für euch bereithalten.
Darüber hinaus sind weitere Neuerungen vorhanden, darunter eine automatische Speicherfunktion an bestimmten Punkten, eine Wiederholungsfunktion bei Niederlagen in regulären Kämpfen oder die Möglichkeit, normale Begegnungen mit Feinden in einem Areal zu deaktivieren. Ausserdem sind diverse DLCs des Originalspiels in dieser Version direkt enthalten. Sehr schön!

Insgesamt sind all diese Überarbeitungen willkommene Ergänzungen, die das beinahe zehn Jahre alte Originalspiel etwas an moderne Genrestandards anpassen. Zusätzliche Symbole verbessern die Übersicht, und das Sternsymbol hilft euch bei der Wegfindung. Auf die Anpassung einiger Cutscenes, in denen vereinzelte Szenen verändert wurden, dürften langjährige Fans indes wohl eher zwiegespalten reagieren.
Positiv überrascht waren wir von der Optik des Games. Dank des an Anime-Titel erinnernden Cel-shading-Looks ist die Grafik auch heute noch durchaus schick anzuschauen. Bei einem genaueren Blick auf einige matschige Texturen wird jedoch das Alter des Spiels ersichtlich. Besonders ärgerlich waren zudem vereinzelte Framerate-Einbrüche, wenn während eines Kampfes sehr viel auf dem Bildschirm los war.
Die japanischen sowie englischen Sprecherinnen und Sprecher machen indes einen tollen Job und erwecken Velvet und ihre Freunde wundervoll zum Leben. Der etwas langweilige Soundtrack kann da, trotz vereinzelter toller Tracks, nicht ganz mithalten.
Fazit
"Tales of Berseria Remastered" begeistert in erster Linie mit seiner fesselnden Geschichte rund um Velvet als vielschichtig gezeichnete Antiheldin im Mittelpunkt. Zu sehen, wie sich die gut geschriebenen Charaktere im Laufe ihrer gemeinsamen Reise entwickeln und zusammenwachsen, ist fabelhaft - bis hin zum düsteren Finale.
Abseits der Story fesselte uns die Action aufgrund des komplexen Kampfsystems immer wieder an den Controller. Mit simplen Angriffsserien kommt ihr hier nicht weit. Stattdessen müsst ihr eure Gegner kennenlernen, ihre Schwächen ausnutzen und sie so in die Knie zwingen. Dank des zentralen Seelensystems entwickeln sich so spannende Gefechte.

Abzüge gibt es derweil in der berühmt berüchtigten B-Note: Die Action kann mitunter arg unübersichtlich sein, die Framerate ist während der Kämpfe leider nicht immer konstant, und speziell das Dungeon-Design wirkt schlichtweg langweilig. An diesen Schwächen ändern auch einige willkommene Anpassungen und Modernisierungen des Remasters nichts.
Dennoch überwiegen die Stärken in der Neuauflage des Action-RPG-Hits klar die Schwächen, und wenn ihr euch mit den genannten Makeln arrangieren könnt, erwartet euch hier ein düsteres Fantasy-Abenteuer, das ihr so schnell nicht vergessen werdet.