Temtem - Test / Review

Ich will der Allerbeste sein!

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox Series X/S

Genau genommen ist "Temtem" bereits seit Januar 2020 im Early Access erhältlich. Das kleine spanische Indie-Studio Crema hat sich zunächst über Kickstarter, dann im Early Access langsam an sein Traumspiel herangewagt. "Temtem" ist nichts Geringeres als der Versuch, die grösste Videospielmarke der Welt, "Pokémon", von ihrem Thron zu stossen. Dabei werden nicht nur viele Elemente, die Fans seit Jahrzehnten am grossen Vorbild bemängeln, überarbeitet, sondern auch ein neuer Fokus auf Mehrspieler gelegt.

Alles schon gesehen?

In "Temtem" schlüpft ihr in die Haut eines jungen Trainers, der die titelgebenden Monster zähmt und mit ihrer Hilfe die Welt bereist, um in verschiedenen Dojos Kämpfe auszutragen. Klingt vertraut? Das soll es auch! Die Geschichte von "Temtem" beginnt ganz bewusst sehr nahe an der "Pokémon"-Formel. Euer Rivale Max erinnert äusserlich sogar ein bisschen an Gary aus der ersten Generation. Diesen vertrauten Start nutzt das Spiel aber, um Stück für Stück eure Erwartungen auf den Kopf zu stellen. Denn im Gegensatz zu vielen "Pokémon"-Geschichten gibt es hier die eine oder andere Überraschung, und eure Gegner fassen euch nicht mit Samthandschuhen an. Der Belsoto Clan, der zunächst wie die "Temtem" Version des Team Rocket wirkt, stellt sich bald als zu grosse Gefahr für euch allein heraus. Ein Teil eurer Reise führt euch etwa sogar in ein Kriegsgebiet, wo ihr und eure Tems Seite an Seite mit dem lokalen Widerstand kämpft.

![Screenshot](/img/temtem.356.200.lgjr.1.jpg „Temtem“)

Dank zahlreicher Nebenquests fühlt sich die Welt zudem sehr lebendig an, denn es gibt überall Leute, die die Hilfe eines talentierten Zähmers brauchen können. Oftmals trefft ihr Figuren aus Nebenaufgaben dann auch als Teil der Haupthandlung immer wieder. Eine Journalistin etwa will ein Buch über die verschiedenen fliegenden Inseln schreiben, hat sich aber das Bein gebrochen. Wann immer ihr in der Nähe ihres Hauses seid, könnt ihr also vorbeischauen und ihr Geschichten von euren Reisen erzählen. Als Belohnung erhaltet ihr nützliche Ausrüstungsgegenstände für eure Tems. So ganz passt das Verhältnis von Aufwand zu Belohnung jedoch nicht immer. Mal erhaltet ihr für eine kleine Aufgabe Items, die das ganze Spiel umkrempeln (etwa einen Umhang, der Erfahrungspunkte an Temtems gibt, die nicht am Kampf teilgenommen haben). Ein andermal gibt's für eine halbe Stunde Rennerei nur einen einzelnen Heiltrank. Das ist vor allem deshalb oft ein Problem, da keine Indikation dafür vorhanden ist, was ihr beim Abschluss einer Aufgabe erhaltet. Um also sehr nützliche Gegenstände nicht zu verpassen, müsst ihr wohl oder übel so viele Nebenaufgaben wie möglich abschliessen.

Screenshot

Trotz kleinerer Stolpersteine bietet die Geschichte von "Temtem" genau das, was Fans erwarten: Ein umfangreiches Abenteuer, das euch tief in die Welt der Tems entführt und von euch als Trainer einiges abverlangt. Während die letzten "Pokémon"-Titel gerade in der Haupthandlung nämlich etwas zu einfach waren, macht es "Temtem" deutlich schwerer, alles mit einem Tem oder auch einem einzelnen Team zu besiegen. Die zwölf verschiedenen Typen zu kennen, ist essenziell, um durch die schwereren Gefechte zu kommen. Gerade die Dojo-Kämpfe fordern angenehm, ohne dass das Spiel je frustrierend wird.

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