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Tennis World Tour 2 - Test / Review

Simulationstennis mit Pseudo-Arcade

Test Video Nico getestet auf PlayStation 4

In den letzten Jahren versuchten zwei Entwicklerstudios die glorreichen Zeiten des Videospieltennis erneut aufkeimen zu lassen. Auch wenn dies nur mit durchwachsenem Erfolg gelungen ist, probieren es die Entwickler von Big Ant in diesem Jahr erneut. In "Tennis World Tour 2" schlugen wir den Filzball fleissig übers Netz und verraten euch in den folgenden Zeilen, ob auch ihr dies tun solltet.

Hölzerne Karriere

Die Menüführung überrascht uns wenig. Hier finden sich sämtliche Modi, die heutzutage von einem Sportspiel erwartet werden. So können wir schnelle Spiele starten und dabei innert Sekunden mit dem ersten Aufschlag beginnen. Alternativ lassen sich auch eigene Turniere gestalten oder Online-Duelle gegen Gegner aus aller Welt starten. Das Kernstück für die meisten Einzelspieler dürfte jedoch weiterhin die Karriere sein. Leider wissen wir von dieser nur wenig Gutes zu berichten.

Mit wenig Detailliebe zur Nummer 1

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Entwickler sich nicht überanstrengt haben, das eine oder andere Extra in die Karriere zu integrieren. Angefangen beim Editor. Hier haben wir nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, unser reales Äusseres abzubilden. Dies zeigt sich auch daran, dass sich die KI-Gegner sehr ähneln. Letzteres geht gar so weit, dass wir vielen Spielern in der Karriere begegnen, die den gleichen Bewegungsablauf oder das gleiche Gestöhne haben wie andere Figuren. Es mutet schon etwas komisch an, wenn wir uns gegen einen unbekannten Spieler duellieren und dieser plötzlich das einprägsame "Nadal-Gedächtnis-Stöhnen" von sich gibt.

Screenshot

Innerhalb unseres Cockpits, wenn man so will, dürfen wir Trainings absolvieren, Trainer verpflichten, an Turnieren teilnehmen oder Exhibitionen bestreiten. Wer gern Pressekonferenzen, Zeitungsberichte oder Ähnliches sehen würde, wird enttäuscht. Verwirrt zurückgelassen werden wir mit dem Trainer, bei dem wir bloss gegen Entgelt eine Fähigkeit verbessern können. Das hätte sich auch etwas besser gestalten lassen. Immerhin halten die Trainings, was man von ihnen erwartet. Meistens geht es darum, einen Ball mit einer gewissen Schlagart in ein markiertes Feld zu schlagen - natürlich in der benötigen Anzahl. Schliesslich bleiben die Turniere, wo wir Punkte für die Weltrangliste sammeln können. Hier erwartet uns Standardkost, wobei es uns doch erstaunt, dass gewisse Matches aus bloss eine Game bestehen. Zwar hält sich der Vorteil des Aufschlagenden in Grenzen, dennoch wären mindestens drei Games wünschenswert gewesen, um einen Fehlstart noch korrigieren zu können.

Screenshot

So trostlos sich die Karriere präsentiert, so wenig Motivation ist auch vorhanden, um tatsächlich die virtuelle Nummer 1 zu werden. Mit einem verständlicheren Erfahrungssystem, einem besseren Einsatz eures Trainers und einer Handvoll Extras hätte dies durchaus anders aussehen können.

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