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The Cycle (Alpha) - Vorschau / Preview

Der Quest-Shooter als Experimentierfeld

Vorschau Video Achim Fehrenbach

Eine Horde Glücksritter landet auf einem Planeten voller Gefahren. Gerade mal 20 Minuten haben sie Zeit, Ressourcen zu hamstern und wieder abzuhauen – danach wird alles von einem Sturm zermalmt. Klingt nach Battle Royale? Ist es aber nicht! Denn Yager ("Spec Ops: The Line", "Dreadnought") stellt Spieler vor eine knifflige Wahl.

Als der Sturm abflaut, geht es los. 20 schwerbewaffnete Kämpfer sausen in Landekapseln auf die Oberfläche des Planeten Fortuna III hinab. Die Uhr ticket unerbittlich: Die "Prospektoren" haben nur 20 Minuten Zeit, um wertvolle Bodenschätze und wissenschaftliche Daten zu sammeln – bei "The Cycle" sind das alles Contracts. Wer bis zum Ablauf des Ultimatums nicht das Evakierungsschiff erreicht, wird von der Planeten-Metamorphose ("The Cycle") in Stücke gerissen. Was ist in diesem engen Zeitfenster die beste Strategie? Werden die Prospektoren zusammenarbeiten, um gegen die feindliche Fauna des Planeten zu bestehen? Oder sich doch lieber gegenseitig bekämpfen? Vielleicht gar einen Pakt schliessen, um ihn im richtigen Moment wieder zu brechen? All das ist hier möglich...

Der atemlose Wettlauf um Ressourcen steht im Mittelpunkt von "The Cycle". Yager will mit dem "Quest-Shooter" zwei Welten vereinen: PvP und PvE. “Wir wollen ein Spiel erschaffen, das dem Spieler viele Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten bietet”, sagt Henning Schmid, Head of Publishing. “The Cycle” ist das erste Spiel, das Yager in seiner nunmehr zwanzigjährigen Unternehmensgeschichte in Eigenregie veröffentlicht, also ohne die Hilfe eines externen Spieleverlags.

Nicht nur deswegen ist “The Cycle” ein Wagnis für das 75-köpfige Team. Denn Yager drückt bei der Entwicklung des Spiels mächtig auf die Tube. Die Entwicklung begann im Februar 2018, die erste Alpha war bereits im August spielbar. “Unser Plan ist, im Spätsommer 2019 mit dem Spiel fertig zu sein, in die Open Beta zu gehen, die Monetarisierung zu aktivieren und dann das Spiel wachsen zu lassen”, sagt Schmid.

Ein Wagnis ist "The Cycle" auch deshalb, weil es zunächst ausschliesslich im Epic Games Store erscheint. Epic steht nicht nur wegen seiner Exklusivitätspolitik unter heftigem Beschuss - sondern auch wegen seiner technischen Unausgegorenheit. Aus Sicht von Schmid hat die Partnerschaft jedoch klare Vorteile. Zum einen werde Yager vorbildlich von Epic mit Analyse-Möglichkeiten unterstützt. Zum anderen sei der Store kuratiert, die Anzahl der Spiele werde also erstmal überschaubar bleiben. Und "The Cycle" bleibe gut sichtbar.

Entscheidend für den Erfolg des Spiels wird sein, ob es sich von der Konkurrenz abheben kann. "The Cycle" will kein reiner MMO-Shooter sein – und auch kein Battle-Royale-Game. Stattdessen experimentieren die Macher, wie sie PvP und PvE zu einem spannenden Ganzen zusammenfügen können. Klar, ein Spiel wie "The Division 2" hat erst kürzlich gezeigt, dass Beides sich gut ergänzt. Aber wie wäre es, wenn die Spieler in jedem Moment selbst entscheiden müssen, ob sie sich verbünden – oder doch lieber auf eigene Faust gegen andere Spieler und die fiese Alien-Fauna kämpfen? Das könnte spannend werden, weil jede Taktikänderung die Spieldynamik beeinflusst. Beispiel: Ein Prospektor bricht eine Allianz, die anderen müssen reagieren, das Ganze unter Zeitdruck. Denn am Ende jeder Runde wird nicht Teamplay bewertet. Es gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte gesammelt hat.

"The Cycle" hört sich nach einer gigantischen Balancing-Aufgabe an – und die ist es auch. Jedes Wochenende startet Yager eine neue Alpha-Runde, für die sich Spieler registieren können. "Wir fahren einen Open-Development-Ansatz", sagt Yager-CEO Timo Ullmann. "Wir lassen die Spieler sofort an einem neuen Build teilhaben, wenn wir ein paar neue Dinge ausprobieren." In den vergangenen Monaten haben die Entwickler jede Menge ausprobiert. Ende Juni nahmen wir an einer Alpha-Runde teil – und hatten mit dem experimentellen Game durchaus Spass.

Screenshot

Kreucht und fleucht: die Alien-Fauna

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