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Duell der Rollenspielgiganten: Hexer gegen Inquisitor

Dragon Age: Inquisition vs. The Witcher 3: Wild Hunt

Artikel JoelK

Lange war es ruhig um den Thron der Konsolenrollenspiele. Bis im Herbst des letzten Jahres die Truppen der Inquisition aus dem Hause Bioware die Macht an sich rissen und Konsolenspieler aller Welt an den Bildschirm fesselten. Doch es bleibt keine Zeit sich auszuruhen, aus dem Osten kommt ein neuer Wind. Ein einsamer Krieger, der weisse Wolf rückt an und greift nach der Krone. Geralt von Riva aus dem Hause CD Projekt RED hat ebenfalls ein grosses Gefolge, doch kann er gegen die Inquisition bestehen?

Um diese Frage zu beantworten schauen wir uns die beiden Spiele in folgenden vier Kategorien Story, Atmosphäre, Gameplay und Technik an.

Story

Beide Spiele sind dritte Teile einer Trilogie, setzten also eine bestehende Welt und Geschichte fort. "Dragon Age" beginnt mit der Geschichte der Grauen Wächter in einer Welt, die kurz vor einer Invasion der Dunklen Brut steht, einer uralten Plage, angeführt von einem mächtigen Erzdämon in Gestalt eines Drachen. Der alte Bund der Grauen Wächter sind die einzigen, die der Korruption der Dunklen Brut standhalten und den Kontinent Ferelden vor dem Untergang retten können. Später im zweiten Teil wird die Geschichte der Familie Hawke über mehrere Jahre gezeigt, die im Zentrum wichtiger Ereignisse rund um die Invasion der fremden Kunari und dem Magieraufstand steht. Hierbei spielt alles in der Handelsstadt Kirkwall und deren Umgebung.

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Der dritte Teil versetzt uns wieder in einen neuen Helden, der bei einer Explosion bei der Zusammenkunft der Magier und Templer gebrandmarkt wird. Von nun an ist er (oder sie) der einzige, der die sich überall auf dem Kontinent auftuenden Risse in eine andere Dimension schliessen kann. Unterstützt wird er dabei von einer ganzen Armee aus Verbündeten, die mit ihm als Anführer die namensgebende Inquisition bilden.

"Die Witcher"-Reihe hingegen startete als ein Tribut an die gleichnamige Reihe von Andrzej Sapkowski. Während das erste Spiel, das lediglich für Pc erschien, abseits der Figuren recht wenig mit den Romanen zu tun hatte, verknüpft das zweite Spiel das Ende des ersten mit dem Ende der Romanreihe und führt diese fort. Im Zentrum stehen die Königsmörder, abtrünnige Mitglieder der Kaste der Hexer, die im Auftrag des Kaiserreichs Nilfgard die bestehende Ordnung schwächen und schliesslich den Norden im Chaos zurücklassen, hilflos einer Invasion Nilfgards ausgeliefert.

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Genau hier setzt "The Witcher 3: Wild Hunt" an. Der Plan des Kaiserreich Nilfgard war ein voller Erfolg und die Invasion aus dem Süden ist in vollem Gange, mittendrin der Monsterjäger Geralt von Riva, der im Grunde neutral bleiben will, sich zum Wohle seiner Liebsten jedoch früher oder später entweder für den rebellischen Norden oder die fremdländischen Invasoren entscheiden muss.

Man sieht auf einen Blick, dass beide Handlungen eine lange Vorgeschichte haben, die man verstehen muss, um jedes letzte Detail zu verstehen. Dies ist bei Dragon Age allerdings deutlich einfacher, da der erste Teil dort auf den Last-Gen-Konsolen zu kriegen ist, während man das volle Witcher-Erlebnis dank dem Pc-exklusiven ersten Teil nur am Heimcomputer geniessen darf. Ohne das Vorwissen der Bücher kann ausserdem der Einstieg in "The Witcher 3: Wild Hunt" recht schwer fallen, da sehr viele verschiedene Charaktere eine grössere Rolle in der Handlung spielen, die nicht in den Vorgängerspielen vorkamen. "Dragon Age: Inquisition" hingegen lässt sich ohne jegliches Vorwissen genauso gut spielen, da die vergangenen Ereignisse nur wenig Einfluss haben und im Spiel direkt erklärt werden.

Thematisch unterscheiden sich die beiden Spiele ebenfalls drastisch, denn während in "Dragon Age: Inquisition" ein Fantasy-Setting rund um Drachen, Dämonen und Magie aufgebaut wird, ist das Übernatürliche in "The Witcher" nur eines von vielen Hindernissen. Das Spiel fokussiert sich mehr auf eine düstere Darstellung des Mittelalters mit Gewalt, Rassissmus und Korruption als Hauptthemen.

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