Retro-Feeling für zu Hause: Den Amiga 500 Mini einfach anstecken und loslegen! Aber ist das wirklich so einfach? Und macht das überhaupt Spass? Wir haben es für euch ausprobiert.

Wenn ihr schon etwas länger dabei seid, kennt ihr das Original aus den späten 1980er-Jahren bestimmt noch: den Commodore Amiga. Wenn man den Standard der damaligen Zeit betrachtet, war die darin verbaute Technik, vor allem was Multimedia-Funktionen betraf, auf einem hohen Niveau. Perfekt für Videospielfans! Für viele von uns war das damals der Hauptcomputer, auf dem tage- und nächtelang gezockt wurde. Heute hat kaum noch jemand einen solchen A500 - und wenn, funktioniert er vielleicht nicht mehr.
Wer sich trotzdem nach Retro-Games auf entsprechend nostalgischer Hardware sehnt, kann jetzt auf den Amiga 500 Mini zurückgreifen. Klein, aber fein!
Der Amiga 500 Mini ist genau das, was der Name sagt: Eine Miniversion des damals so beliebten Computers, der auf den ersten Blick über alle notwendigen Funktionen verfügt. Die Tastatur ist wie schon vorher nur Deko, ebenso das winzige Laufwerk. Aber hey, immerhin funktioniert die LED-Leuchte tadellos!
Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite und einige Kabel sind nötig, um das kleine, graue Schmuckstück an einen heimischen Desktop anzuschliessen. Aufgrund seiner Grösse wäre der Amiga 500 Mini eigentlich auch optimal für Reisen geeignet! Leider liess er sich aber nicht mit unserem Laptop verbinden, um auf Zugreisen etc. zu spielen. Schade! Zudem wird kein Netzteil mitgeliefert, was beim Erstgebrauch für Verwirrung sorgt.

Neben dem Amiga 500 Mini selbst erwarten euch im Paket zwei Kabel (HDMI und USB) und eine Maus, die dem Original nahezu gleicht. Den typischen Ball an der Unterseite, den man gefühlt ständig säubern musste, hat das Eingabegerät aber nicht mehr. Erhalten geblieben sind hingegen die typisch eckige Form und die zwei grossen Knöpfe auf der Oberseite. Sie funktionieren beim Spielen gut, obwohl wir uns ehrlich gesagt lieber das beigefügte Gamepad geschnappt haben.
Retro-Gamer unter euch werden sich jetzt wundern: Wieso denn ein Gamepad? Schliesslich war das damals undenkbar: Zum Amiga gehört definitiv ein Joystick! Das Gamepad vom Amiga CDTV war damals auch eher unbeliebt.

Wieso man sich hier für die Controller-Variante entschieden hat, können wir nur mutmassen. Vermutlich soll das Gamepad jüngeren Spielern und allen, die eher wenig mit Retro-Hardware am Hut haben, den Zugang zur Minikonsole erleichtern. Schliesslich ist die Verwendung eines Gamepads viel näher an einem Controller als ein Joystick, den viele Spieler heute hauptsächlich mit Flugsimulatoren und Arcade-Automaten verbinden. Übrigens: Findet ihr auch, dass das Gamepad Ähnlichkeiten mit dem vom CD32 hat? Das Gerät war durchweg eher unbeliebt, aber immerhin hatte es ein Gamepad.
Wenn ihr mit dem Gamepad nicht allzu viel anfangen könnt, ist es auch möglich, eine Tastatur via USB-Anschluss anzuschliessen. Es sieht ein bisschen lustig aus, da die eigene Tastatur mit ziemlicher Sicherheit deutlich grösser als das Gerät selbst ist. Das Anschliessen funktioniert aber problemlos, und es spielt sich auch gut mit der Tastatur. Habt ihr gerade kein USB-Keyboard zur Hand, könnt ihr einfach eine Tastatur auf dem Bildschirm einblenden. Wir sehen allerdings wirklich keinen Grund dazu, denn die Bedienung ist naturgemäss furchtbar.