Retro-Games ohne Ende
Doch kommen wir zum Allerwichtigsten: den Spielen! Schliesslich muss eine Konsole vor allem für Spass sorgen, indem sie Games abspielt und euch Abenteuer erleben lässt. 25 Titel findet ihr bereits vorinstalliert auf dem Gerät, noch mehr können über speziell formatierte und bespielte USB-Sticks verwendet werden. Wie das funktioniert, solltet ihr euch am besten online genau anschauen. Wer sich die Arbeit nicht machen will, startet einfach mit den bereits installierten Klassikern.

"Simon the Sorcerer", "Pinball Dreams", "Qwak", "Project X" und Co kommen mit den für die damalige Zeit typischen Sounds, die heute teilweise die Ohren klingeln lassen. Es ist ein bisschen so, als würde man in einer Spielhalle stehen und die Klassiker von damals nachholen. Einfach cool! Die Steuerung ist für heutige Verhältnisse hakelig, langsam, ungelenk und etwas krampfig. Was uns etwas fehlte: Die Games hatten nur spärliche Erklärungen, und aufgrund fehlender Tutorials hat man einfach das Gefühl, dass da etwas fehlt. Ob das zum Retro-Charme dazugehört oder ruhig eine kleine Politur hätte gebrauchen können, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Positiv anzumerken ist die Spielübersicht: In einem Karussell könnt ihr leicht durch die Auswahl schalten und seht zu jedem Game ein Cover, die Spieleranzahl und die benötigte Hardware wie Maus oder Gamepad. Schön ist auch, dass es immer eine kleine deutsche Beschreibung gibt.
Fazit
Legen wir die Karten mal auf den Tisch: Der Amiga 500 Mini ist schon echt cool. Sein Gehäuse fühlt sich wertig an, die einzelnen Details sind alle sehr detailliert ausgearbeitet, und die Spieleauswahl ist recht gross. Neben Klassikern wie "Worms" gibt es Horror-Games und sogar Autorennen, die trotz - und vielleicht auch gerade wegen - ihrer einfachen Steuerung durchaus eine Art Sogwirkung entfalten. Ein absoluter Spielspass für alle Retro-Liebhaber.
Aber ist das wirklich etwas für jeden Gamer? Nicht unbedingt.
Zugegebenermassen wirkt der Aufbau des Amiga 500 Mini im ersten Moment mit seinen zahlreichen Kabeln und Anschlussmöglichkeiten etwas abschreckend, da das von so einem handlichen Gerät vielleicht nicht erwartet wird. Wer hätte gedacht, dass etwas so "Altes" so viele Stecker braucht? Auch die aufgespielten Games sind natürlich weit entfernt von dem, was wir heute gewohnt sind. Das soll nicht unbedingt ein Vorwurf sein, denn vieles davon war zur damaligen Zeit das Neueste vom Neuesten. Doch die Umgewöhnung für jemanden, der sonst nie Retro-Games spielt, ist vermutlich recht hoch. Und vor allem wegen der krampfigen Steuerung ist sicher nicht jedes Spiel gut gealtert, wenn man nicht gerade sein Herz an die Retro-Zeit verloren hat.

Pro
- 25 vorinstallierte Spiele
- Weitere Titel lassen sich herunterladen
- Detailliertes und wertiges Gehäuse
- Inklusive Gamepad
- Spielekarussell mit vielen Details
- Verschiedene Gamepads anschliessbar
Contra
- Wird ohne Netzteil geliefert
- Kein Joystick im Lieferumfang
- Spieleauswahl wirkt zufällig ausgewählt
- Laufwerk und Tasten nur Deko
- Preisintensiv
Ihr möchtet Amiga-Spiele im Browser spielen?
Dann schaut einfach mal in die Amiga-Software-Bibliothek der Website Internet Archive.