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Thomson TT200BT Bluetooth-Plattenspieler - Test

Ich will Vinyl!

Hardware: Test Ulrich Wimmeroth

Es ist kein grosses Geheimnis, die Schallplatte ist wieder stark im Kommen. Grund genug uns mit dem "ThomsonTT200BT" einen aktuellen Bluetooth-Plattenspieler genauer anzuschauen und auf den Hörgenuss abzuklopfen. Und was würde sich dazu besser eignen, als ein paar geniale Game-Soundtracks auf Vinyl?

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Wusstet ihr, dass es einen Vinyl Record Day gibt? Ich auch nicht, aber dahinter steckt die Vinyl Record Day Company, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, der guten alten Schallplatte wieder Leben einzuhauchen. Entweder haben die Macher ihre Arbeit in aller Stille richtig gut gemacht oder die Zeit war einfach reif für die Rückkehr des analogen Tonträgers, denn die Verkaufszahlen von Plattenspielern steigen Jahr für Jahr enorm an und es erscheint kaum ein frisches Album ohne eine Vinyl-Version. Wie dem auch sei: Es haben sich bei mir mittlerweile eine ganze Reihe richtig guter Videogame-Soundtracks für das Nostalgie-Medium angesammelt und es kommen immer neue Scheiben heraus, wie beispielsweise der technolastige Beat des "Agents of Mayhem"-OST oder der, vorsichtig ausgedrückt, ungewöhnliche Gregorianische Soundtrack zu "Sniper Ghost Warrior 3". Und ich habe ein Auge auf die Limited Edition Longplay von Sonic Mania geworfen, die aber ärgerlicherweise, wie die meisten in sehr geringen Auflagen produzierten Platten, blitzschnell ausverkauft war. Bislang fehlte mir allerdings die notwendige Hardware, um die schicken Scheiben auch abspielen zu können. Meinen letzten Plattenspieler habe ich Ende der 1990er-Jahre besessen und in den darauf folgenden Zeiten von CD, Download und Musik-Streaming auch kaum vermisst. Jetzt muss definitiv wieder ein Abspieler ins Haus.

Halbautomat in schicker Klavierlack-Optik

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Mit etwa CHF 150,00 bewegt sich der Thomson TT200BT preislich im unteren Mittelfeld des breiten Segments. Das sieht man dem in schwarzem Klavierlack gehaltenen Metalloptik-Turntable auf den ersten Blick allerdings nicht an und so macht das Gerät nach dem Auspacken einen mehr als nur ordentlichen Eindruck auf seinem neuen Stammplatz. Preisbedingt wurde auf Plastikmaterialien für den Korpus zurückgegriffen, was sich bei der haptischen Beurteilung auch durch ein sehr geringes Gewicht bemerkbar macht. Wer lieber Holz oder Metall verbaut haben möchte, sollte sich bei der Konkurrenz von Thorens oder Technics umschauen, landet dann aber schnell auch in schwindelerregenden Preisregionen. Grundausstattungstechnisch gibt es nichts zu bemängeln: Abgespielt werden LPs und Singles mit 33 und 45 U/min, ein Adapter für Singles liegt bei, die Auflagekraft der Nadel wird über ein Gegengewicht am Tonarm beeinflusst und ein Tonhöhenregler mit dem sich die Geschwindigkeit des Plattentellers und somit eben auch die Tonhöhe in Abstufungen verändern lässt, erlaubt auch den Einsatz als DJ-Werkzeug. Der "TT200BT" ist ein Halbautomat, das bedeutet, dass der Tonarm per Hand auf die Platte gelegt werden muss, die Rückführung am Ende der Scheibe aber automatisch erfolgt. Hier gleich ein Tipp: Bei meinen ersten Hörproben funktionierte dir Rückführung nicht, bis ich herausgefunden hatte, dass sich das Lesen der beiliegenden Bedienungsanleitung doch lohnt. Unter einer Gummiabdeckung oberhalb des Tonarms verbirgt sich eine Ausrichtungsschraube, die es nach Anleitung zu verstellen gilt, damit das Ende der Platte erkannt wird und die Halbautomatik ihre Aufgabe erfüllt.

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