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Titanfall

Das grosse Making-of: Titanfall: The War of Trolls?

Interview Benjamin Kratsch

EXKLUSIV: Meterhohe Roboter mit Namen Atlas, Stryder und Ogre sapfen über zerstörte Welten. Rebellen und hochgerüstete Soldaten zischen zwischen ihnen hin und her. Explosionen, Dauerfeuer und Adrenalin bis zum Anschlag. Ja, das ist zweifelsohne „Titanfall“. Doch das Debüt der "Call of Duty"-Erfinder von Respawn Entertainment hätte auch anders aussehen können. Mit riesigen Trollen, auf denen kühne Ritter reiten und ganz anderer Zeitepoche. Wir haben mal mit "Titanfall"- Designchef Joel Emslie gequatscht und beleuchten die abenteuerliche Geschichte des heissesten Mehrspieler-Shooters des Jahres, der nicht nur mit amerikanischen Internet-Providern zu kämpfen hatte. "Titanfall" im grossen Making-Of.

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v. Ltd. Commander Michael Förtsch

Es klingt gemein, aber „Titanfall“ ist das Resultat einer bitterbösen Streits. Denn hinter dem „Titanfall“-Entwickler Respawn Entertainment stehen Jason West und Vince Zampella. Jene also, die einst das Activision-Studio Infinity Ward gründeten und eine Ego-Shooter-Serie namen „Call of Duty“ zum Millionen-Seller und globalen Phänomen ausbauten. Doch wurden sie 2010 von Activision gekündigt, damit aus ihrem eigenen Studio verbannt und in einen bizarren Rechtsstreit verwickelt. Doch den beiden Branchenikonen folgte nicht nur der lange Schatten von Activision, sondern auch ein grosser Teil ihres einstigen und sehr treuen Entwicklerteams ins neue Abenteuer.  „Ich war vom allerersten Tag an dabei“, erzählt uns Joel Emslie, Lead Artist bei Respawn Entertainment, stolz im Gespräch. „Es war eine chaotische aber witzige Zeit. Wir wollten etwas neues und verrücktes wagen: einen Start ganz von vorne!“

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Ein Neustart also für ein Team, das einst Games produzierte, die mehr Geld einbringen, als manch' Hollywood-Streifen. Dennoch mag Joel Emslie nicht so gerne über seine Vergangenheit und die seiner Kollegen reden. “Klar, wir hatten ein Leben vor dem, was wir jetzt tun. Vor allem unsere Chefs werden immer mit … diesem Shooter in Verbindung gebracht werden“, umschreibt der Grafikkünstler. „Wir sind auch stolz darauf, was wir da erreicht haben. Unser Ruf hat uns auch sicher geholfen. Aber was wir jetzt tun wollten, war ein neues Spiel zu erschaffen.“ Ein Videospiel, wie Emslie ausführt, das ihre gänzlich eigene Kreation darstellt, eines von dem sie selbstbewusst sagen können: Schaut! Das haben wir erschaffen – und das gehört uns! Allerdings war das nach dem Start von Respawn Entertainment gar nicht so einfach.

Ein Neuanfang

...ohne PCs, ohne Internet und ohne Kaffee-Maschine

Mitte 2010 war Respawn Entertainment gestartet und schon wenig später grübelte ein Haufen Leute in einem provisorischen Büro darüber, was wohl werden wird. Etwas anderes war da auch noch nicht möglich: Computer, Soundstudio und selbst ein Internetanschluss liessen noch auf sich warten.

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"Einige Fensterscheiben waren gebrochen, ziemlich viel kaputt – wir haben alle hart angepackt, vorher unbekannte Handwerkerfähigkeiten entwickelt und daraus ein gemütliches Studio gemacht. Sind deutsche Internet-Provider auch so langsam? Bei uns hat es ewig gedauert bis entsprechende Leitungen gelegt waren. Solange haben wir mit Internet-Sticks gearbeitet, was mehr schlecht als recht ging. Bei einem normalen Studio wären die Leute wahrscheinlich gegangen. Aber Respawn, das waren für mich einfach Freunde, wie eine Art zweite Familie. Ich bin nicht nur zur Arbeit gegangen um meine Brötchen zu verdienen, es hatte einen tieferen Sinn"

 

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