Towa and the Guardians of the Sacred Tree - Test / Review

Mehr als ein Hades-Klon aus Japan?

Test Video olaf.bleich getestet auf PlayStation 5

Scheitern, stärker werden, weitermachen: "Towa and the Guardians of the Sacred Tree" folgt klar der Roguelite-Formel und nimmt sich dabei "Hades" als grosses Vorbild. Doch reicht die Mischung aus Anime-Drama und knallharten Runs, um dauerhaft zu fesseln?

"Towa and the Guardians of the Sacred Tree" wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Anime-Rollenspiel: bunte Figuren, schräge Dialoge, grosse Gefühle. Doch im Kern steckt hier ein lupenreines Roguelite, das sich ganz bewusst an Genregrössen wie "Hades" orientiert. Statt eines linearen Storytellings erwartet euch also das ständige Scheitern, Lernen und Wiederaufstehen, während ihr Expedition für Expedition stärker werdet. Zwischen den Runs kehrt ihr ins Dorf zurück, rüstet eure Heldinnen und Helden auf und schmiedet neue Pläne für den nächsten Versuch. Ob die Mischung aus Anime-Drama und "Hades"-inspiriertem Gameplay die richtige Balance findet, klären wir im Test.

Anime zum Mitspielen

"Towa and the Guardians of the Sacred Tree" führt euch in eine bunte Anime-Welt, die von uralten Kräften heimgesucht wird. Towa, die Priesterin des Dorfs Shinju, schart acht mutige Heldinnen und Helden um sich und nimmt es mit dieser Macht auf. Die Gruppe rettet das Dorf, jedoch werden Towa und ihre Freunde voneinander getrennt. Die Bedrohung ist allerdings noch nicht vorüber.

Screenshot

Eure Aufgabe besteht nun darin, den Magatsu genannten Oberschurken dingfest zu machen. Um zu ihm zu gelangen, müsst ihr zunächst an seinen sechs Handlangern vorbei. Towa wiederum ist an das Dorf gefesselt und greift nur passiv in die Mission ein. Stattdessen stellt sie vor dem Beginn jeder Reise ein Zweierteam für die bevorstehende Aufgabe zusammen.

Das Dorf ist also eure Basis: Hier sprecht ihr mit den Bewohnern, verbessert eure Ausrüstung und verteilt auch Fähigkeitenpunkte an eure Mitstreiter. Diese erledigen jedoch die Drecksarbeit und legen sich mit den finsteren Dämonen an.

Zwischen Weltuntergang und Klamauk

"Towa and the Guardians of the Sacred Tree" ist zunächst mal ein wunderschön gezeichnetes Actionspiel. Gerade die Charakterporträts, aber auch die Landschaften sehen toll aus. Das Spiel bedient sich offensiv an Anime-Motiven. Wundert euch also bitte nicht über Klischee-Charaktere und bisweilen etwas ungewöhnliche Dialoge. Unsere Lieblingsfigur ist beispielsweise Nishiki - ein menschengrosser Koi mit einer Vorliebe für gute Konversationen. Towa selbst betont immer wieder ihren Heisshunger auf schmackhaftes Essen - trotz der bedrohlichen Gesamtsituation.

Screenshot

Überhaupt präsentiert sich das Action-Abenteuer als ausgesprochen geschwätzig. Gerade in den ersten Spielstunden erschwert das Spiel einem so den Einstieg: Unmengen von Erklärtexten, viele aus dem Japanischen stammende Begriffe und teils Dialoge, die weder zur Geschichte noch zur Charakterzeichnung beitragen, ziehen die Erfahrung spürbar in die Länge.

Screenshot

Dabei bietet "Towa and the Guardians of the Sacred Tree" gerade im späteren Verlauf schöne und gleichermassen emotionale Augenblicke. Wir möchten an dieser Stelle natürlich nichts spoilern, aber in dem Roguelite gehen Hoffnung und Verzweiflung oft Hand in Hand. Doch diese anrührenden Momente gehen leider immer wieder unter oder werden gar allzu schnell weggewischt.

Kommentare

Towa and the Guardians of the Sacred Tree Artikel