Games.ch

Turn On - Test

Was man nicht alles anmachen kann

Test Video Patrick Seibert getestet auf Xbox One

Es gibt sehr viele absurde, obszöne oder einfach nur komische Indie Games da draussen in der grossen weiten Welt und wer beim Spieletitel Turn On an ein Spiel mit sexuellem Inhalt denkt, der läge goldrichtig, wenn der Entwickler Robert Yang hiesse, aber Turn On ist von der russischen Spieleschmiede Brainy Studio und handelt vom Anschalten der Elektrizität. Klingt vorerst nicht ganz so spannend, als andere Charaktere in sexuelle Erregung zu versetzen, aber der Hintergrundgedanke zum Spiel und seine Entstehungsgeschichte haben einen tieferen Beweggrund, als es zunächst den Anschein macht.

Zeit Abzuschalten

Vor knapp über zwei Jahren erzählte Game Designer Ilia Antonov seinem Team vom globalen Ereigniss Earth Hour, welches von WWF ins Leben gerufen worden ist. Dieses Jahr fand bereits die zehnte Ausgabe davon statt und über 178 Länder und Territorien schalteten für eine Stunde sämtliche Elektrizität ab, um dem Klimawandel vorzubeugen und weltweit darauf aufmerksam zu machen. Daraus entstand die Idee zu "Turn On": Was wäre, wenn wir plötzlich keinen Strom mehr hätten; Internet, Mobiltelefone, nichts würde mehr funktionieren und selbst die Strassen blieben Nachts dunkel. Die Laute kämen auf die Strasse, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Die Vorstellung dieses Szenarios war verlockend und die Arbeiten an "Turn On" begannen kurzerhand später, als der Hauptcharakter mit der Fähigkeit die Elektrizität zurückzubringen und somit den Kontrast unseres hohen Lebensstandards voller Luxus, deren Vorhandensein mittlerweile als selbstverständlich wahrgenommen wird, geboren war.

Ein wenig Retrocharme

Screenshot

Im Kontrast zu diesem ernsteren Thema steht der Grafikstil des Spieles, welcher als niedlich und kunterbunt im charmanten Comic-look daherkommt. Die Figuren erinnern an "Rollercoaster Tycoon 3" oder "Ghost Master" aus dem Jahre 2003. Fast schon nostalgisch wirkt der Stil, doch kommt er im modernen Gewand daher. Auch die hintergründigen Jubelschreie von Passanten, nachdem wir ihnen Licht beschert haben, hören sich enorm vertraut an und könnten direkt aus "Little Inferno" stammen.

Kommentare