Until Dawn - Test

Geniale Horrorfilm-Hommage

Test Ulrich Wimmeroth getestet auf PlayStation 4

Die Wissenschaft der Angst

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Die Narration, also die Art des Erzählens, orientiert sich nicht ausschliesslich nur an Kinofilmen. Zehn Episoden, die im Stil einer Fernsehserie wie beispielsweise "24" präsentiert werden, umfasst "Until Dawn". Zu Beginn gibt es immer eine Rückschau auf die bisherigen Ereignisse und natürlich endet jede mit einem besonders an den Nerven zerrenden Cliffhanger. Für Spannung haben Supermassive Games also gesorgt, aber wie sieht es mit der Angst aus? Ein subjektives Gefühl, das von Person zu Person sehr unterschiedlich empfunden wird. Zu diesem Zweck bieten die Spielemacher eine ganze Palette an Methoden auf, die euch so richtig in das Spiel hineinziehen. Zuerst wird ein allgemeines Gefühl an Bedrohung erzeugt. Dunkle Gänge, lichtlose Räume in denen immer nur ein kleiner Teil von eurer Taschenlampe, Handy oder Kerze beleuchtet wird. Seltsame Schatten, vorbeihuschende Gestalten und immer wenn ihr es nicht erwartet springt ein Tier aus einer Ecke. Oder ein Gegenstand fällt um. Oder einer der Jugendlichen erlaubt sich einen gemeinen Streich. So werdet ihr immer auf Anspannung gehalten und haltet beim Betreten eines neuen Schauplatzes unwillkürlich den Atem an. Alles untermalt mit einer unheimlichen Kulisse aus undefinierbaren Geräuschen, entfernten Schreien und urplötzlich lautstark einsetzender Musik. Der Klassiker. Aber es geht noch perfider, in dem euch durch wechselnde Kameraeinstellungen die räumliche Orientierung genommen wird. Das führt dazu, dass ihr häufiger mal im Kreis lauft, einen Ausgang einfach nicht wieder findet oder an Gegenstände stosst. Keine mangelhafte Programmierung, das ist pure Absicht. Zusätzlich werden die Episoden von einem weiteren Handlungsstrang unterbrochen, in dem der Psychiater Dr. Hill – dargestellt von dem schwedischen Schauspieler und Filmbösewicht Peter Stormare – sich an euch wendet und eure Ängste abfragt. Angst vor Spinnen, Ratten oder Wölfen? Oder doch vielleicht eher vor Nadeln oder Vogelscheuchen? Nur ein Trick um euch weiter zu verunsichern oder tauchen wirklich eure Angstobjekte in den Szenen auf? Lasst euch überraschen. Und natürlich wird nicht mit deftigen Todesszenen gespart, jede der acht Figuren kann auf vielfältige Art und Weise gewaltsam aus dem Leben scheiden. Bei einem Durchgang werdet ihr nur einen Bruchteil der möglichen Sequenzen zu Gesicht bekommen. Ein Grund mehr, sich auch nach dem Abspann weiter mit „Until Dawn“ zu beschäftigen. Wenn ihr übrigens meint, dass ihr völlig angstresistent seid, aktiviert doch, wenn vorhanden, eure PlayStation-Kamera. Die wird dann an besonders gruseligen Stellen automatisch ausgelöst und macht ein Bild von euch.

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