Vampire Crawlers - Test / Review

Unerwarteter Perspektivenwechsel

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Das 2022 erschienene Indie-Spiel des Solo-Entwicklers Luca Galante muss man schon als Phänomen bezeichnen. Immerhin hat der im Kern simple Titel nicht nur zahlreiche Preise gewonnen, sondern auch ein ganzes Spielgenre gross gemacht, in das inzwischen auch grosse Namen wie "Warhammer" einsteigen. Nach einer Version für Teslas, VR und bald auch als Brettspiel war es klar, dass Spieler nicht genug von "Vampire Survivors" bekommen können.

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Trotzdem waren viele überrascht, dass der nächste Schritt in ein anderes im Indie-Markt dominierendes Genre führt. Das neue Spin-off "Vampire Crawlers" wird von Nosebleed Interactive entwickelt und ist ein Roguelike-Deckbuilder. Wir haben uns für euch angeschaut, ob sich unsere pixeligen Vampirjäger auch in diesem hart umkämpften Genre behaupten können.

Dungeon-Crawl statt Bullet-Hell

Wo genau "Vampire Crawlers" die bekannte Formel ändert, zeigt sich bereits in den ersten Spielsekunden. Anstatt nämlich aus einer Vogelperspektive unendliche Massen an fiesen Kreaturen abzuwehren, bewegt ihr euch hier aus der Ego-Perspektive durch Labyrinth-artige Dungeons im Stil eines klassischen Dungeon-Crawlers. Dabei könnt ihr euch auf dem Raster in vier Richtungen bewegen und neben allerlei Monstern auch Upgrades, Gold und Heilung finden.

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Die Kämpfe laufen neuerdings rundenbasiert ab. Ihr habt euer Deck aus Karten, die aus den aus "Vampire Survivors" bekannten Waffen und Gegenständen bestehen. Jede Runde stellt ihr euch einer Reihe an Kreaturen, die euch ans Leder wollen. Dann habt ihr die Möglichkeit, mit gespielten Waffen zuerst selbst Schaden auszuteilen und idealerweise die angreifenden Gegner bereits zu erlegen. Alternativ könnt ihr unterstützende Karten spielen, die euch eine breite Auswahl an nützlichen Effekte bieten - von Rüstung, die Schaden reduziert, bis zum Ziehen neuer Karten oder Aufstocken eures Mana-Vorrats. So weit sind das also Aspekte, die man aus jedem anderen Roguelike-Deckbuilder kennt.

Was "Vampire Crawlers" auszeichnet, ist ein einzelner, simpler Gameplay-Kniff. Wenn ihr Karten in aufsteigendem Mana-Wert spielt, multipliziert ihr den Effekt der zweiten Karte. Spielt ihr also erst eine Karte mit Kosten 0 und dann eine mit Kosten 1, hat die zweite Karte einen deutlich höheren Effekt. Da ihr beim Besiegen von Gegnern immer wieder aufstuft, gern auch mal mitten im Kampf, könnt ihr euer Deck stetig mit neuen Karten erweitern. So ist es essenziell, dass ihr eine gute Balance aus billigen und teureren Karten zusammenstellt, damit ihr möglichst oft euren Multiplikator erhöhen könnt.

Wer clever plant und die im späteren Spielverlauf freigeschalteten "Joker"-Karten schlau nutzt, schafft es relativ zuverlässig, das Spiel "auszuhebeln" und unendliche Kombos an Karten zu spielen. Da kommt das Gefühl einer unschlagbaren Kombination an Items aus "Vampire Survivors" erstaunlich gut herüber. Doch Vorsicht: Nutzt ihr eure Kartensynergien etwas zu gut aus, kann es euch passieren, dass ihr überraschend auf einen sehr gefährlichen alten Bekannten trefft.

Nur noch einen Level ...

Natürlich dürfen auch die Waffen-Evolutionen aus dem Vorbild nicht fehlen. Wenn ihr zwei bestimmte Waffen oder Gegenstände in eurem Deck habt und dann einen der Bosse besiegt, könnt ihr die beiden Karten zu einer neuen, stärkeren Karte fusionieren. Doch Vorsicht: Anders als bei "Vampire Survivors" sind die Evolutionen nicht immer hilfreich, da sie fast immer auch deutlich Mana-intensiver sind als die simpleren Karten. Daher kann es sein, dass ihr durch die Fusion euer Kombo-Potenzial verringert und so unterm Strich weniger Schaden austeilt. Das "Erkunden" der Dungeons bleibt dabei relativ simpel. Ihr findet euch dank einer Karte sehr leicht zurecht, und das Abklappern aller Upgrades und Gegner ist kaum mehr als eine Formalität. Geheime Wege oder versteckte Goodies haben wir während unserer rund zwölfstündigen Spielzeit nicht gefunden, was gerade im Hinblick auf die Tradition der klassischen Dungeon-Crawler wie verpasstes Potenzial wirkt.

Stattdessen ist die treibende Kraft die Meta-Progression zwischen den Dungeons. Mit gesammeltem Gold schaltet ihr hier diverse permanente Upgrades und neue Charaktere frei oder modifiziert eure Lieblingskarten. Zudem schaltet ihr durch das Bestehen bestimmter Herausforderungen neue Karten und Modifikationen für Karten frei, die eure Optionen in zukünftigen Spieldurchläufen erweitern. Das ist auch dringend nötig, wenn ihr Dungeons einer höheren Schwierigkeitsstufe angehen wollt.

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