Dauerhaft motivierend
Das Gameplay fühlt sich auf der PS VR2 ganz ähnlich an wie auf den anderen Plattformen, nämlich realistisch und unkompliziert. Zwar müsst ihr darüber hinwegsehen, dass ihr keinen richtigen Minigolfschläger in Händen haltet, aber dafür ist die Ballphysik schon erstaunlich überzeugend. Will heissen: Mit wohldosierten Schlägen könnt ihr klar erkennbare Fortschritte erzielen, was für die Dauermotivation sehr wichtig ist. Die Spielumgebungen selbst sind - aus Performance-Gründen - physikalisch abstrahiert. Zum Beispiel könnt ihr den Ball nicht durch einen Busch hindurchschlagen, stattdessen prallt er ähnlich ab wie von einem Fels oder einer Wand. (Ob eine wirklich realitätsnahe Spielphysik dem Spielspass zugutekäme, ist ohnehin fraglich.) "Walkabout Mini Golf" bietet als Spiel jedenfalls genügend externe Einflussfaktoren (Steigungen, Wind, Sandbunker, Gewässer), um jede Partie zu einer Herausforderung zu machen. Der höhere Schwierigkeitsgrad ("Nachtmodus") der Kurse wird übrigens dadurch freigeschaltet, dass ihr eifrig spielt - und nebenher Ostereier-artig verlorene Bälle sammelt. In einer Art Schnitzeljagd könnt ihr zudem kursspezifische Minigolfschläger freischalten.

Wie aber fühlt sich das Spiel eigentlich mit der Sony-Hardware an? Nun, die PS-VR2-Ringcontroller wirken haptisch etwas weniger Golfschläger-artig als die (auch nicht sehr Golfschläger-artigen) Quest- und Pico-Controller. In jedem Fall kann man das Game mit nur einem Controller spielen, was die Glaubwürdigkeit des Ganzen erhöht. Ein grundsätzliches Problem ist, dass man bei "Walkabout Mini Golf" - zum Beispiel beim Putten - fast senkrecht nach unten schaut. Die VR-Brille kann dabei verrutschen, wodurch die Sicht vorübergehend unscharf wird. Ein Vorteil der PS VR2 ist, dass sich das Headset ziemlich solide an den Nutzerkopf anpassen lässt - bei der Quest beispielsweise funktioniert das nur über ein justierbares Headband, das man extra hinzukaufen muss. Was uns bei der PS VR2 auffiel: Auf Dauer drückt das Headset beim Minigolfen doch etwas auf die Nase, man sollte also zwischendurch Pausen einlegen.
Fazit
"Walkabout Mini Golf" ist nicht ohne Grund ein veritabler VR-Hit: Das Spiel bietet intuitives, motivierendes Gameplay und abwechslungsreiche Kurse mit etlichen Herausforderungen. Gleichzeitig beweist es, dass VR keineswegs hektisch und anstrengend sein muss, sondern ein wirklich entspannender Ort sein kann, an den man immer wieder gern zurückkehrt. Den mangelnden Realismus in puncto Grafik und Haptik macht "Walkabout Mini Golf" durch clever designte Levels und eine tolle Atmosphäre wett. Viel Spass also beim Minigolfen im Dschungel, in Atlantis oder gar im Weltraum!