devolo WiFi 6 Router 3600 5G LTE - Test

Die Lösung, wenn DSL, Kabel oder Glasfaser nicht zur Verfügung steht

Hardware: Test Sönke Siemens

Spieler in ländlichen Regionen mit schlecht ausgebauten DSL-, Kabel- oder Glasfaser-Netzwerken kennen das Problem: Wenn man in solchen Gebieten ins Internet will, bleibt meist nur der Weg über die Hotspot-Funktion des Smartphones. Doch das wiederum sorgt nicht selten für weitere Herausforderungen: Der Akku des Handys ist im Hotspot-Modus einer Dauerbelastung ausgesetzt, moderne WLAN-Standards wie Wi-Fi 6 werden oft nicht unterstützt, und sobald sich mehrere Personen gleichzeitig mit dem Smartphone-Hotspot verbinden, sind Leistungseinbrüche und Verbindungsabbrüche keine Seltenheit. Hinzu kommt: Wird ein Smartphone in einer Wohngemeinschaft oder einem grösseren Haushalt als Hotspot von mehreren Personen verwendet, kommt es immer wieder zu Situationen, in denen der Handy-Besitzer das Gerät mitnehmen will/muss (etwa zum Einkaufen oder weil sich darauf ein wichtiges Ticket befindet) und es in dieser Zeit nicht als Internet-Hotspot zur Verfügung steht.

Abhilfe in solchen Fällen schaffen dedizierte Mobilfunk-Router wie der devolo WiFi 6 Router 3600 5G LTE, den uns der Netzwerkspezialist aus dem deutschen Aachen kürzlich zu Testzwecken zur Verfügung stellte. Die Stärken und Schwächen des ab etwa 290 CHF (Strassenpreis) erhältlichen Geräts skizzieren wir euch in diesem Test.

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Neben Router und Netzteil sind LAN- und Telefonkabel sowie ein kleines Handbuch im Lieferumfang enthalten

Der devolo WiFi 6 Router 3600 5G LTE bringt etwa 937 g auf die Waage, ist ca. 22 cm hoch, hat eine Grundfläche von 11 x 11 cm und wird in einer umweltfreundlichen Kartonverpackung zusammen mit einem externen Netzteil, einem Ethernet-Kabel (RJ45), einem Telefonkabel (RJ11) sowie einer mehrsprachigen Installationsanleitung ausgeliefert. Dass der Hersteller auf einen grossen Formfaktor - vergleichbar mit den Ausmassen eines 2-l-Terapacks für Getränke - setzt, liegt in erster Linie daran, dass im Inneren des Gehäuses gleich sechs Antennen verbaut sind, die jeweils die 4x4-MIMO-Technologie ("Multiple-Input Multiple-Output") nutzen und dabei nicht nur 5G und LTE unterstützen, sondern auch das 2,4- und das 5-GHz-WLAN-Band.

Infolge dieser Bauweise baut der Router - eine passende Netzabdeckung vorausgesetzt - sehr stabile und schnelle Internetverbindungen auf und kann dank Wi-Fi-6-Modul Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3'600 Mbps erreichen. Auch die Latenzzeiten sind erfreulich niedrig und liegen im Idealfall bei gerade mal 1 ms, wodurch sich der devolo WiFi 6 Router 3600 5G LTE prima zum Online-Gaming eignet.

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Leuchten die Signalstärkebalken dauerhaft auf, hat man guten Empfang. Wenn sie blinken, ist der Empfang schwächer, und man sollte das Gerät anders positionieren.

Gehts nach devolo, können sich bis zu 100 Geräte gleichzeitig mit dem Router verbinden - praktisch, wenn man auf einer Gartenparty, einer Jubiläumsfeier im Stadtpark oder während eines Ferienlagers WLAN für eine grössere Anzahl an Menschen bereitstellen möchte. Zum Vergleich: Mit einem iPhone 15 können lediglich bis zu 5 Geräte per WLAN verbunden werden. Vielen anderen Routern und Mobile-Hotspot-Geräten geht bei etwa 30 verbundenen Geräten die Puste aus.

Einziger Nachteil bei den hier genannten Anwendungsbeispielen: Der Router hat keine IP-Zertifizierung, ist also weder gegen Spritzwasser noch gegen Staub geschützt. Sofern es draussen nicht regnet, man eine passende Stromquelle hat und auch ein sicherer Ort zum Aufstellen vorhanden ist, steht einer Nutzung im Freien jedoch nichts entgegen.

LAN-Ports bringen auch alte Konsolen ins Netz

Auf der Rückseite verbaut devolo einen 2,5 und einen 1 Gbps schnellen LAN-Port. Der eigene Gaming-PC kann also auf Wunsch direkt mit dem Router verbunden werden. Durch die beiden LAN-Ports könnt ihr darüber hinaus Retro-Konsolen wie beispielsweise Microsofts erste Xbox anschliessen und sie dann über Community-Projekte wie Insignia oder XLink Kai mit dem Internet verbinden. Auf der Rückseite befindet sich ausserdem ein RJ11-Anschluss, der es euch erlaubt, analoge Telefone mit dem Router zu verbinden und zu nutzen.

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Auf der Rückseite des devolo WiFi 6 Router 3600 5G LTE befinden sich zwei leicht zugängliche LAN-Ports

Oben im Bereich der Anschlüsse platziert devolo zudem einen USB-C-Port, der derzeit jedoch in erster Linie zu Wartungszwecken genutzt wird. Theoretisch liesse sich der Anschluss mit zukünftigen Firmware-Updates aber auch zum Anschliessen externer Festplatten, Drucker etc. nutzen. Eine Nutzung des USB-C-Ports als klassischen Ladeanschluss oder um unterwegs eine Powerbank zu verbinden, die das Gerät dann mit Strom versorgt, ist hingegen nicht vorgesehen. Die Stromversorgung erfolgt hier ausschliesslich über den rückseitigen DC-In-Port, der über das mitgelieferte weisse Netzteil (12 V, 3 A) mit bis zu 36 Watt versorgt wird. Das Netzteil selbst hat eine Kabellänge von ca. 1,45 m, was ausreichend für die meisten Anwendungsszenarien sein dürfte.

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