WWE 2K26 - Vorschau / Preview

Viel Fanservice, wenig Revolution?

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Bei WWE dominiert die Road to Wrestlemania - und damit steht auch "WWE 2K26" in den Startlöchern. Diesmal zunächst nicht mehr für die alte Konsolengeneration und mit jeder Menge Detailanpassungen: Wir haben "WWE 2K26" gespielt und erklären, wieso Fan-Herzen höher schlagen, es aber dennoch Platz für Kritik gibt.

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Der Generationenwechsel ist endgültig im Wrestling-Ring angekommen. 2K Games und Visual Concepts lassen PlayStation 4 und Xbox One hinter sich und starten mit "WWE 2K26" erstmals auf den Current-Generation-Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series S/X durch. Und PC-Nutzer kommen diesmal ebenfalls in den Genuss des kompletten Spiels. Schliesslich ist beim kommenden Wrestling-Game auch der Modus The Island mit von der Partie. Ob sich das bereits spürbar auszahlt, wollten wir wissen und sind vorab rund zweieinhalb Stunden in den Ring gestiegen.

Mehr Power, mehr Stars - aber auch geschönt

Beim Roster fährt Visual Concepts einmal mehr die ganz grosse Kelle aus. Über 400 Superstars sind dabei - verteilt auf Legenden, aktuelle Topnamen von WWE Raw und SmackDown sowie NXT-Talente. Entsprechend breit fällt die Auswahl aus: Vom Undertaker über Shawn Michaels bis hin zu Roman Reigns, Rhea Ripley oder CM Punk ist praktisch vieles vertreten, was Rang und Namen hat. Auch die Nachwuchsriege bekommt mit Namen wie Oba Femi, Myles Borne oder dem Preorder-Bonus-Charakter Joe Hendry ihren Platz, was insbesondere Fans des aktuellen WWE-Produkts freuen dürfte. Sehr schön: Namen wie TNA-Superstar Abyss oder auch die 2025 zurückgekehrte AJ Lee sind ebenfalls dabei.

Ganz ohne Marketing-Tricks kommt die beeindruckende Zahl allerdings nicht aus. Mehrfachversionen einzelner Wrestler wie CM Punk oder The Undertaker pushen den Umfang sichtbar nach oben. Das kennt man zwar bereits aus den Vorjahren, dennoch relativiert es die nackte Zahl etwas. In der Praxis bleibt die Auswahl dennoch üppig und dürfte den meisten Spielern mehr als genug Material für lange Sessions liefern.

Weniger überzeugend: Beim aktuellen WWE-Geschehen hinkt das Spiel erneut etwas hinterher. Kit Wilson etwa tritt noch in seiner älteren Pretty-Deadly-Ausführung auf. Solche Diskrepanzen sind für Serienkenner nichts Neues, fallen aber weiterhin auf. Erfahrungsgemäss dürfte Visual Concepts hier nachpatchen - eine offizielle Bestätigung dafür bleibt aber noch aus.

Dafür wurde an der Inszenierung sichtbar gefeilt. Einzüge lassen sich nun aktiver beeinflussen, etwa durch zusätzliche Posen oder Pyro-Effekte. Über das Digitalkreuz wählen wir "gute" oder "böse" Posen aus und integrieren sie in die Einzüge. Das mag auf dem Papier nach einer Kleinigkeit klingen, erhöht aber - in Verbindung mit den im Vorjahr eingeführten Kamera-Optionen - tatsächlich die persönliche Note beim Auftritt.

Auch der Match-Beginn ist variabler gestaltet: Per Digitalkreuz entscheidet ihr selbst, ob ein respektvoller Handshake oder sofortiger Staredown angesagt ist. Kleine Änderung, spürbare Wirkung - vor allem für Spieler, die Wert auf TV-Authentizität legen. "WWE 2K26" wirkt optisch insgesamt besser als der Vorgänger. Gerade Texturqualität und Lichteffekte wurden stark verbessert. Das kommt speziell den Entrances sehr zugute.

Im Ring bleibt vieles vertraut

Wer auf eine spielerische Generalüberholung gehofft hat, sollte die Erwartungen etwas zügeln. "WWE 2K26" baut klar auf dem Fundament des Vorgängers auf und konzentriert sich vor allem auf Feinschliff statt Umbruch. Das Grundgefühl im Ring bleibt vertraut, was einerseits für eine schnelle Eingewöhnung sorgt, andererseits aber auch den ganz grossen Wow-Effekt vermissen lässt.

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Die wichtigste Anpassung betrifft die Ausdaueranzeige. Das neue zweistufige System (gelb und violett) kommuniziert deutlich besser, wann einem Superstar die Puste ausgeht. Sinkt die Kondition, werden Aktionen träger, Konterfenster verändern sich, und Treffer zeigen länger Wirkung. In unseren Matches führte das zu glaubwürdigeren Endphasen, in denen sich angeschlagene Wrestler sichtbar schwerertaten.

Nette Detailbeobachtung aus unserer Session: Verbündete Tag-Teams gingen sich im Royal Rumble zunächst aus dem Weg und nutzten die Zeit lieber zum gemeinsamen Posieren. Solche kleinen Momente sind es, die zur TV-Inszenierung beitragen und Matches lebendiger wirken lassen. Die verbesserte Präsentation zeigt sich auch im Match-Geschehen. Sowohl die Kamerawinkel als auch die dynamischen Schnitte sorgen für ein Gesamterlebnis, das noch näher an den realen Shows ist als zuvor.

Bei den Waffen legt 2K ebenfalls nach. Reisszwecken, stapelbare Tische und sogar Einkaufswagen erweitern die Möglichkeiten in Extreme-Rules- und Backstage-Brawls. Positiv fällt auf, dass die Bedienung etwas eingängiger wirkt und die Physik weniger unberechenbar erscheint als noch in früheren Teilen. Komplett frei von Chaos ist das System jedoch nicht. Gerade in den deutlich dreidimensionaleren Backstage-Brawls geriet die Gegner-KI gelegentlich ins Straucheln.

Die neuen Match-Typen liefern indes gemischte Resultate. Das Dumpster-Match erinnert stark an bekannte Modi wie das Ambulance-Match und sorgt eher für Déjà-vu als für echte Frische. Immerhin: Endlich dürfen wir einen Kontrahenten über das Top-Rope auf den Müllcontainer schleudern. Der Inferno-Kampf bringt zudem eine kleine mechanische Variation, da die Ringflammen zunächst durch spektakuläre Aktionen hochgetrieben werden müssen. Wer auf drastische Feuer-Effekte gehofft hat, wird allerdings enttäuscht: Wrestler bleiben weiterhin unversehrt.

Am rundesten präsentiert sich das I-Quit-Match. Besonders die erweiterten Waffen-Submission-Moves inklusive Mini-Games sorgen hier für zusätzliche Spannung und geben dem Modus eine angenehm eigene Dynamik.

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