Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties - Vorschau / Preview

Humorvolle Gangster-Action

Vorschau Video Benjamin Braun

Als das Original von "Yakuza 3" mehr als ein Jahr nach dem Japan-Release im März 2010 in Europa erschien, flog SEGAs Action-Adventure-Reihe in hiesigen Gefilden noch unter dem Radar. Inzwischen gibt es auch im Westen eine grosse Fangemeinde, die auf den Launch des Remakes extrem gespannt ist. Wir haben die Neuauflage und das darin integrierte Spiel "Dark Tides" ausführlich für euch angespielt.

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"Ich verdiene mein Geld mit einem Waisenhaus," sagt Yakuza-Aussteiger Kazuma Kiryu und fügt an, dass er sich zudem um die darin lebenden Kinder kümmert, als ob es nicht in erster Linie darum ginge. Es ist nicht zuletzt diese Art des Humors, weshalb sich auch in hiesigen Gefilden immer mehr Spieler in SEGAs "Yakuza"-Reihe verlieben. Aber es ist auch die flotte Prügelaction gekreuzt mit ernsthafter Mafia-Geschichte und diversen japanischen Verrücktheiten, was auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen mag - wenn Kiryu es etwa schaffen muss, zwei Eishörnchen durch die Stadt zu transportieren und dabei auf den Strassen tänzelnden Sumo-Ringern auszuweichen. Mit "Yakuza Kiwami 3" legt Ryu Ga Gotoku Studio am 12. Februar auf PC und Konsole aber nicht nur ein vollwertiges Remake des 2009/2010 veröffentlichten "Yakuza 3" vor. Denn enthalten ist mit "Dark Ties" quasi noch ein komplettes zweites Spiel, in dessen Zentrum Tojo-Clan-Gegenspieler Yoshitaka Mine steht und unter anderem an (höchst illegalen) Untergrund-Wettkämpfen teilnehmen kann.

Von Okinawa bis Tokio

Die Geschichte von Kazuma Kiryu bleibt im Remake prinzipiell unverändert und schickt euch zu Schauplätzen in um Okinawa sowie nach Tokio. Der Mafia-Aussteiger will endgültig sein früheres Leben hinter sich lassen und hat in Okinawa ein Waisenhaus gegründet. Darin lebt auch Haruka Sawamura, die Kiryu nach dem Tod ihrer Mutter unter seine Fittiche genommen hat. Er hilft den Kindern beim Lernen, kocht mit ihnen und baut die dafür notwendigen Zutaten im eigenen Garten an, womit wie in der Reihe üblich auch Elemente aus RPGs und bisweilen sogar Lebenssimulationen eine Rolle spielen. Doch weil Kiryu letztlich niemandem in Not einen Gefallen abschlagen kann, muss er sich auch mit dem fiesesten Gesocks auf den Strassen Okinawas und Tokios im wahrsten Sinne des Wortes herumschlagen. Neben etlichen Prügeleien – Kiryus eigene Gang kommt bei grösseren Schlachten ebenfalls zum Einsatz - haben wir nicht zuletzt aber auch zig witzige Nebengeschichten erlebt, die uns wenigstens genauso viel Spass machten wie die durchaus komplexe Kern-Story.

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Aber da ist noch mehr! Denn mit "Dark Ties" kommt "Yakuza Kiwami 3" mit einem zusätzlichen Abenteuer daher, einem Spiel im Spiel, obgleich wir dessen Umfang noch nicht wirklich abschätzen können. Mit Protagonist Yoshitaka Mine, dem Antagonisten aus "Yakuza Kiwami 3", setzt das Zusatz-Abenteuer auf eine völlig andere Perspektive, die die Zeit bis zu seinem Aufstieg zum Obermacker des Tojo-Clans nachempfindet. Darin wird der "Held" zudem mit zwei Kampfstilen ausstaffiert, die sich deutlich von Kiryus unterscheiden. Nun, deutlich im Hinblick auf ein Spiel der "Yakuza"-Reihe. Denn gross umgewöhnen muss sich bei beiden Spielfiguren niemand, während man mit blanken Fäusten, allerlei Waffen oder auch mit einem Fahrrad in der Hand auf die Gegner eindrischt.

Gang-Leader mit Herz

Mit Kiryu waren wir während unserer mehrstündigen Hands-on-Session natürlich auch zusammen mit unseren in stylish lilafarbenen Kostümen gekleideten Gang-Mitgliedern unterwegs, um nicht zuletzt die verfeindeten "Tokyo Night Terrors" zu bekämpfen. Probleme hatten wir in den Massenschlachten keine. Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass in unserem Demo-Abschnitt bereits etliche fortgeschrittene Kämpferinnen und Kämpfer rekrutiert waren, die wir munter in die aktive Riege hätten verschieben können. Nachschub gibt es, vergleichbar beispielsweise mit der Piratencrew in "Like A Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii", überall in der Welt und über Nebenmissionen. Darunter: eine Ex-Lehrerin für Mathematik und Geschichte, die sich offenbar zu Höherem berufen fühlt. In den allein bestrittenen Kämpfen, etwa gegen einzelne, besonders starke Most-Wanted-Typen oder kleinere Gruppen von Kriminellen, die Bürger bedrohen, war es meist deutlich knapper. Wirklich herausfordernd war "Yakuza Kiwami 3" auf der ausnahmslos gespielten Standardstufe allerdings selbst bei diesen Auseinandersetzungen noch nicht.

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Doch hier geht es ohnehin weniger um spielerischen Anspruch, sondern um Spass, der sich auch abseits der Kämpfe enorm facettenreich präsentiert. Das umfasst bei Kiryu unter anderem etliche Minigames wie etwa Angeln im Meer, aber ebenso im Zusammenspiel mit den Kindern im Waisenhaus. Da bedienen wir beispielsweise eine Nähmaschine, wobei sich Kiryu köstlich aufregt, wenn wir mit der Nadel "aus der Spur geraten". Auch das Kochen ist trotz oder gerade wegen des simplen Grundprinzips unterhaltsam. Noch schöner fanden wir eine Lernstunde mit Quasi-Ziertochter Haruka, bei der wir absichtlich alle Fragen falsch beantwortet haben. Unseren Ruf bei Haruka hat das natürlich nicht verbessert, aber wie peinlich berührt Kiryu reagiert, macht sogar das Versagen erlebenswert. Nicht anders sieht das bei Yoshitaka Mine in "Dark Ties" aus. Wir könnten uns allein stundenlang mit dem im Spiel enthaltenen Game Gear beschäftigen, auf dem wir Titel wie "Galaga", "Pac-Man" oder "Tails Adventure" zocken dürfen. Hinzu kommen weitere Titel in Spielhallen, eine Bowling-Bahn und vieles mehr, wofür bei unserer Hands-on-Session leider nicht unbegrenzt Zeit war.

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