Yoshi and the Mysterious Book (... und das Geheimnisvolle Buch) - Test / Review

Kreativ, charmant, hürdenlos

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Mehr als sieben Jahre nach dem letzten Teil geht nun endlich das neue Abenteuer des Dinos Yoshi an den Start. Im exklusiv für Switch 2 erscheinenden Spiel geht ihr mit der beschuhten Echse auf Erkundungstour und erlebt einen gleichsam liebenswerten wie kreativen Platformer, in dem der spielerische Anspruch jedoch betont kleingeschrieben wird.

Die letzten beiden grossen Abenteuer mit Dino Yoshi in der Hauptrolle waren in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad gewiss keine Hardcore-Platformer. Allzu viele Fehler konnte man sich in "Yoshi's Woolly World" und "Yoshi's Crafted World" allerdings auch nicht erlauben, um die später zunehmend kniffligeren Levels erfolgreich abzuschliessen. In "Yoshi and the Mysterious Book" ist das anders. Denn in Yoshis neuem Spiel könnt ihr unendlich oft getroffen werden, ohne dass die eierwerfende Langzunge aus den Latschen kippt. Im Test zeigt sich, dass genau das aber kein Manko ist, denn der Titel offenbart mit massenweise kreativen Ideen und einem stark auf Erkundung ausgerichteten Konzept ganz andere Qualitäten. Doch machen sie es auch zum Pflichttitel für Besitzer einer Switch 2?

Interaktives Märchenbuch

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"Yoshi and the Mysterious Book" entführt euch in die Heimat des kleinen Dinos, der erstmals Anfang der 1990er-Jahre in "Super Mario World" auftauchte und seitdem längst zur Videospielhelden-Ikone gereift ist. Wir haben tatsächlich nur den traditionellen grünen Yoshi gespielt, ihr könnt allerdings aus einer ganzen Reihe anderer Farbvarianten wählen, falls ihr andere Vorlieben haben solltet. In der Heimat Yoshis stürzt jedenfalls plötzlich ein lebendiges Buch vom Himmel. Das sprechende Schriftwerk ist eine Art Enzyklopädie, die sich passenderweise Enzo nennt. Hinter Ledereinband, Schnurrbart und Brille (respektive Monokel) steckt allerdings eine Reihe unvollendeter Seiten, die nur mithilfe der Yoshis gefüllt werden können. Dem Geheimnis des Buches wollen aber auch Bowser Junior und Kamek auf den Grund gehen, denen ihr im lebendigen Nachschlagewerk immer wieder im Rahmen von Bosskämpfen die Grenzen aufzeigen müsst.

Das mysteriöse, mit märchenhaftem Flair ausstaffierte Buch besteht zunächst nur aus einem Inhaltsverzeichnis mit einem Bild für jedes Kapitel, die unter anderem Wald, Berge, Küste, Insektenwelt oder Untergrund heissen. Mit einer Lupe erkennt ihr, dass diese Bilder lebendig sind und verschiedene Lebewesen darin herumtollen. Um die Enzyklopädie mit Wissen zu füllen, klickt ihr die seltsamen Tiere und Pflanzen an und brecht zu levelbasierten Expeditionen auf, um mehr über sie zu herauszufinden. Die Bilder bewegen sich aber nicht nur, sondern verändern sich auch nach dem Abschluss einzelner Expeditionen, wodurch neue Lebewesen verfügbar werden, nachdem etwa ihr Versteck zerstört wurde.

Erkundung satt von Start bis Ziel

Die Expeditionen führen euch jeweils in eine einzigartige Levelumgebung, die, passend dazu, dass ihr euch innerhalb eines Buches befindet, allesamt in einem schönen Zeichenstil gehalten sind. Ihr durchlauft die Areale so gut wie nie strikt von A nach B, sondern könnt euch zumeist frei darin bewegen und mit der Umgebung und den Lebewesen darin interagieren. So kann Yoshi, der praktisch alle Fähigkeiten aus "Crafted World" besitzt, mit einer seiner neuen Aktionen Lebewesen und verschiedenste Objekt auf seinen Rücken nehmen und durch die Gegend tragen. Neu hinzu kommt unter anderem ein Skill, mit dem ihr an bestimmten Stellen förmlich Rampen hinunterrutschen könnt, um Geschwindigkeit aufzunehmen und am Ende höher springen zu können. Haltet ihr den Sprungknopf gedrückt, strampelt ihr wie gehabt in der Luft, um Jumps mühelos stark zu verlängern. Das alles sieht aber nicht nur putzig aus. Indem ihr Lebewesen tragt, könnt ihr auch die Fähigkeiten selbiger nutzen, also ein bisschen wie bei der Mützenmechanik aus "Super Mario Odyssey". Oder ihr könnt sie einfach mitnehmen und an bestimmten Stellen "abwerfen", um zum Beispiel an Möwen erinnernde Vögel als Träger zu missbrauchen, Verzeihung, zu verwenden, wie es im Nintendo-Jargon heissen müsste.

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Ein seltsamer Frosch, im Spiel standardmässig Blubborana genannt, kann etwa Blasen erzeugen, in denen ihr euch nach oben tragen lassen könnt. Der wie ein Schirm geformte Paragei verleiht euch wiederum eine Fähigkeit, mit der ihr euch wie mit einem Gleitschirm durch die Luft tragen lasst. Dort, wo Aufwinde herrschen, erreicht ihr damit auch Stellen, die sonst unerreichbar wären. Die quallenartigen Medüsa hingegen ermöglichen euch einen Wasserstrahlantrieb, wobei ihr den Tank regelmässig im Wasser oder auch über Wolken nachfüllen müsst, damit euch der Aqua-Sprit nicht ausgeht. Da ihr euch damit zudem schneller bewegt, könnt ihr auch Kisten damit rammen und somit zerstören, was Yoshi allein sonst nur durch seinen Stampfer vermag.

Bei grösseren Lebewesen geht das mit dem Tragen natürlich nicht. Solche wie den Wildschwein-artigen Ebohr, dem ihr genauso wie allen anderen Lebewesen auf Wunsch einen eigenen Namen geben dürft, sobald ihr ihn erforscht habt, reitet ihr hingegen etwa in einem speziellen Gebiet, in dem ihr euch mit dem Vieh durch Erdreich und Felsen pflügt. Auch dieser Level ist kein reines A nach B. Wer will, kann auch umdrehen, um die alternative Route zu probieren und nicht eingesammelte Extras abzustauben. Ähnliche Areale gibt es mit anderen Lebewesen, die wir euch aber natürlich gar nicht alle näher beschreiben möchten, um nicht zu viel vorwegzunehmen. Nur so viel sei gesagt: Es geht mit ihnen auch in die Luft und unter Wasser, womit der zwar schwimm-, jedoch von sich aus nicht tauchfähige Yoshi sogar Weltteile abseits des festen Untergrunds erschliessen kann.

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