The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom - Vorschau / Preview

Tränen der Vorfreude?

Vorschau Video Benjamin Braun

Von Deckensprung bis Zeitumkehr

Der Ultra-Hand messen wir eindeutig die grösste Bedeutung unter den neuen Fähigkeiten bei. Nicht nur aufgrund des damit verknüpften Kreativ-Baumodus, sondern auch, weil die Rotationsfunktion der Hand zum Lösen von Physikpuzzles dient. Bei dem Rätsel in unserer Demo drehen wir damit eine Art bewegliche Statue, durch die wir gleichzeitig ein riesiges Felsobjekt im Hintergrund in Gang setzen und in die richtige Position bringen, damit ein fussläufiger Übergang entsteht. Aber auch die übrigen drei neuen Fähigkeiten sind äusserst nützlich, fast alle davon sowohl bei der Erkundung als auch im Kampf. Mit dem Deckensprung könnt ihr, wenn auch nicht überall, selbst durch meterdickes Gestein von unten nach oben "hindurchtauchen," beispielsweise durch eine Höhlendecke auf den darüberliegenden Berggipfel oder von einer Himmelsinsel durch den Boden einer unmittelbar über euch schwebenden anderen Insel nach oben. Damit könnt ihr euch entsprechend oft das im Vorgänger bisweilen sehr zeitaufwendige Klettern ersparen.

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Die Zeitumkehr kann ebenfalls bei der Erkundung, aber auch im Kampf helfen. Damit könnt ihr zahlreiche Objekte separat sozusagen zurückspulen. Wie in der Nintendo-Präsentation vor einigen Wochen zu sehen, könnt ihr damit etwa eine von den Himmelsinseln herabgestürzte Plattform mit euch obendrauf wieder in den Himmel befördern und so die Insel erreichen. Im Kampf wiederum ist es unter anderem möglich, von Feinden geworfene Steine zum Absender zurückzuschicken. Eine schöne neue Funktion, von der man sicher sein darf, dass sie auch im einen oder anderen Bossfight mehr oder weniger unerlässlich für den Sieg sein wird.

Prügeln mit Synthese

Den grössten Mehrwert zu den Kämpfen, die sich grundlegend so ähnlich spielen wie in "Breath of the Wild", bietet aber die Synthese. Damit könnt ihr jede Nahkampfwaffe und jeden Schild nahezu beliebig mit anderen Items kombinieren und dabei sehr spezielle Prügel erstellen. Das funktioniert unter anderem mit Hörnern von Feinden und anderen Hinterlassenschaften der Gegner, aber ebenso mit Bauteilen, einem Stück Fleisch oder einer riesigen, stacheligen Stahlkugel. Die wird bei der Synthese natürlich nicht in voller Grösse an einem Ast oder Schwert angebracht, sondern automatisch auf geeignete Ausmasse geschrumpft. Die synthetisierten Gerätschaften sehen jedoch oft nicht nur ziemlich cool aus, je nach benutztem Objekt könnt ihr damit obendrein schon sehr früh im Spiel Waffen mit besonders hohem Schadenswert erzeugen. Besagte Stachelkugel fügt dem Grundschaden der Waffe satte 16 Schadenspunkte hinzu. Es geht allerdings nicht nur um den Schaden. Bei anderen Kombis kommen zum Beispiel besonders lange Waffen heraus, sodass ihr Feinde damit noch aus einer Distanz treffen könnt, die deren Reichweite übertrifft. Am Schild könnt ihr ebenfalls praktisch alles anbringen, beispielsweise einen Pilz, der sich beim Abblocken eines feindlichen Angriffs in eine Rauchwolke verwandelt, was Link die Flucht oder einen besonders starken heimlichen Angriff ermöglicht. Andere Optionen sind mitunter einfach nur von der witzigen Sorte. So pappt ihr eine Minenlore (entsprechend verkleinert) an euren Schild oder an eine Rakete, die euch dann einige Meter senkrecht nach oben schiesst.

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Interessant dürften zudem die Gegner werden, die ebenfalls Waffen synthetisieren können. Allein das sollte also den taktischen Tiefgang der Kämpfe erhöhen. Falls ihr nun denkt: "Die zerbrechen doch eh wieder wie nichts!" Das ist bei den Synthese-Waffen unserem bisherigen Eindruck nach ganz anders. Sie können kaputtgehen, erlebt haben wir das während des Hands-on allerdings nicht ein einziges Mal! Damit wird also mindestens einer der grössten Kritikpunkte am Vorgänger sehr stark abgemildert. Ein bisschen doof finden wir allerdings, dass die Synthese nicht direkt im Inventar vollzogen werden kann. Das Objekt, das ihr mit einer Waffe oder dem Schild verbinden wollt, muss also auf dem Boden liegen. Möchtet ihr etwas dafür aus dem Inventar benutzen, müsst ihr es folglich erst ablegen - das gilt übrigens auch für die Bauteile, die ihr mit der Ultra-Hand verwenden wollt. Schon etwas umständlich, aber ob das langfristig nerven könnte, können wir nach dem knapp 90-minütigen Hands-on noch nicht beantworten.

Bei der Verwendung des Bogens ist die Synthese wiederum on the fly während des Zielens möglich, aber dafür dann eben nur direkt aus dem Inventar. Auch da geht praktisch jede Kombination. Wenn ihr möchtet, könnt ihr also zum Beispiel einen mobilen Kochkopf an den Pfeil kleben. Bestimmte Objekte bringen sehr spezielle Pfeiltypen, zum Beispiel Feuer, Eis oder explosive Geschosse. Ein Monsterauge wiederum macht den Pfeil zu einem zielsuchenden Geschoss. So schade, dass wir nicht die Zeit hatten, alles mal auszuprobieren. Aber das werden wir liebend gern in der Vollversion nachholen.

Ausblick

Auf den ersten Blick hätte Nintendo den im Vorfeld oft genutzten Titel "Breath of the Wild 2" genauso gut einfach übernehmen können. Denn stilistisch gleichen sich Links letztes Abenteuer und "Tears of the Kingdom" quasi wie ein Ei dem anderen. Wer die Steuerung des Vorgängers und dessen Grundprinzipien kennt, wird sich auch in Bezug darauf gleich wie zu Hause fühlen. Doch sämtliche neue Skills des spitzohrigen Helden machen aus "Tears of the Kingdom" etwas komplett Neues. Gerade von der Waffensynthese profitiert das Kampfsystem enorm - und bei Weitem nicht nur, weil sich damit auch das Haltbarkeitsproblem offenbar mehr oder weniger in Luft auflöst. Die Zeitumkehr fügt ebenfalls ein neues Element hinzu, das die Kämpfe vielfältiger und mitunter dynamischer macht. Der Deckensprung dürfte wiederum oft nerviges Klettern ersparen. Der wohl wichtigste und coolste neue Skill scheint uns jedoch die Ultra-Hand zu sein. Ich bin nämlich eigentlich kein so grosser Fan davon, in Spielen irgendwelchen Kram zu basteln. Aber selbst ich habe riesige Lust darauf, mich in diesem Kreativbaukasten auszutoben. Meine Vorfreude war schon vorher gross, nach dem Hands-on ist sie schlicht gigantisch!

Ersteindruck: Sehr gut

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