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Tenchu: Shadow Assassins

Unausgegorene Ninja-Action

Test Guest getestet auf Black & White: Insel der Kreaturen

Das letzte Tenchu ist 2007 auf der XBOX erschienen, konnte die Spieler aufgrund der vielen Fehler, schlechtem Sound und der Designschnitzer damals aber nicht überzeugen. Viele enttäuschte Fans der Serie fragen sich nun, ob sich dies mit dem Wechsel auf Nintendos Wii ändern wird oder ob die Fehler ihren Weg auch ins neue "Tenchu" gefunden haben.

Es herrscht endlich Frieden im Reich von Lord Goda, aber natürlich nicht für lange. Schon wieder erheben sich Unruhen im ganzen Reich. Banditen metzeln ganze Dörfer nieder, fremde Ninjas fallen ins Land ein, selbst Lord Godas Tochter ist in seiner eigenen Festung nicht sicher und wird von heimtückischen Ninjas entführt. Doch wer steckt hinter all dem? Es scheint man kann seinen eigenen Leuten nicht mehr trauen. Deshalb schickt Goda seinen obersten Ninja, den Führer des Azuma-Clan mit Namen Rikimaru, zur Aufklärung der Verbrechen aus. Diesen wirklich gelungenen und aufregenden Charakter übernimmt man den Grossteil des Spiels. Später tritt noch eine Dame namens Ayame in Erscheinung, ab diesem Zeitpunkt hat man dann die Wahl zwischen den beiden Figuren. Leider spielen sich beide Charakteren aber fast identisch, und die Wahl hat keinen Einfluss auf die Story, was sehr schade ist.

Nun beginnt man wie befohlen Missionen für seinen Meister zu erfüllen. So huscht man, wie es sich für einen Ninja gehört, von Schatten zu Schatten und versucht, möglichst allen Gegner den Gar aus zu machen. Als Hilfe hierfür ist in der linken unteren Bildschirmhälfte ein Mond platziert, welcher sich je nach Lichtverhältnissen verfärbt. Verdunkelt sich der Mond ist Rikimaru nicht mehr zu sehen. Die Levels sind in mehreren Etappen unterteilt und jeder dieser Abschnitte stellt sich als äusserst schwierig heraus, da die Gegner häufig unfair platziert sind und die Übersicht in fast allen Situationen fehlt. Um dies zu vermeiden besitzt der Charakter eine Fähigkeit mit dem Namen "Inneres Auge". Damit sieht man die Blickrichtung der Gegner, deren Standort und die gehassten Lichtquellen wie Lampen und Lagerfeuer, die es mit gezielten Wurfsternschüssen oder mit Wasser zu löschen gilt. Leider funktioniert auch das "Innere Auge" wegen der schlechten Kameraführung und der sehr schwammigen Steuerung nur begrenzt und kratzt stark an den Nerven. Sobald Rikimaru entdeckt wird setzt er sein Utsusemi-Ninjutsu ein und verschwindet wieder an den Beginn des Levels. Fairer weise werden gemeuchelte Gegner und gelöschte Lampen nicht wieder  zurückgesetzt. Im Verlauf eines der Levels setzt Rikimaru Ninja-übliche Waffen wie Wurfsterne, Schwert, Kletterhacken und auch etwas unkonventionellere Ausrüstungsgegenstände wie eine Fischerrute zum Heranziehen von Gegenständen oder einem Bambusrohr zum löschen von Lampen und das Atmen unter Wasser ein. Die maximale Anzahl der Tragbaren Gegenstände ist begrenzt und können nach jeder neuen Mission ausgewählt werden. Oft aber sind in einigen Levels gewisse Gegenstände nötig um weiter zu kommen, was sehr ärgerlich ist, da man die Mission noch einmal mit neuer Ausrüstung beginnen muss. Das Meucheln der Gegner erfolgt auf Knopfdruck und der entsprechenden Bewegung mit den Controllern. Wen man sich einem Gegner nähert, leuchten die entsprechenden Tasten auf und man bräuchte eigentlich nur noch zu drücken. Leider macht uns "Tenchu" hier einen Strich durch die Rechnung. Oft reagiert der Charakter gar nicht oder hüpft lieber in eine nahe gelegene Vase, statt einen Hissatsu (Todesstoss) auszuführen.

Auffällig sind auch die vielen Logikfehler. Wieso rennt ein Mann der entspannt vier Profisamurai allein binnen Sekunden tötet, von einem einzigen Soldat davon, nur weil ihn dieser entdeckt? Wieso kann man mit einem Wurfstern einen anderen Ninja töten, nicht aber einen Soldaten? Warum ist Rikimaru in den Zwischensequenzen des Spiels, welche die Story erzählen, so unglaublich stark dargestellt, während den Missionen aber so zerbrechlich? Obwohl das Charakterdesign sehr cool geraten ist, wirkt es trotzdem unglaubwürdig. Die Gegnertypen sehen alle gleich aus, und auch die Levels sind sehr gradlinig und steril. Auf Dauer hat man auch die sich immer wiederholenden Tötungstechniken, so stylish sie auch aussehen mögen, zu Genüge gesehen. Die Levels werden bald schon zum Krampf, da die Gegner wirklich unglaublich unfair gestellt sind. Nicht die Fähigkeiten des Spielers werden getestet, sondern seine Geduld den Level so oft zu wiederholen bis auch der letzte Gegner das Zeitliche gesegnet hat. Die Grafik ist für die Wii wirklich nicht schlecht, doch leider kommt es immer wieder zu störenden Grafikfehlern und es fehlt einfach an Atmosphäre. Texturen wiederholen sich genauso wie Lampen, Büsche und Gegnertypen. Man wird leider sehr selten überrascht. Dafür überzeugt die Musik das gesamte Spiel über und passt sich den jeweiligen Situationen an. Nach jeder Mission wird die Leistung des Spielers auf einer Statistik zusammengefasst und in Ninja-Rängen klassifiziert. Gute Noten sind nur möglich wenn man den Level bereits kennt. Neben der normalen Geschichte, ist es zudem möglich Missionen zu erfüllen, mit denen zusätzlicher Spielinhalt frei gespielt werden können. Diese unterscheiden sich nicht von den normalen Etappen einer Mission und werden daher sehr schnell langweilig. Alles in allem ist "Tenchu" trotz der vielen Frustmomente sehr schnell durchgespielt und zieht sich nur noch „künstlich“ durch die Verbesserung des Ninja-Rangs in die Länge.

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