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PlayStation Move

Hat Move die Nase vorn?

Artikel Guest

Die neuen Motion-Controller PlayStation Move und Kinect sind zurzeit in aller Munde. Die grossen Fragen sind: Wer hat die Nase vorn? Welche Hardware funktioniert im Endeffekt besser? Gehöre ich überhaupt zur Zielgruppe? Zumindest einige dieser Fragen hat Sony am Dienstag beantwortet. Neben den bereits bekannten Previews von „Sports Champions“ und „Start the Party“ gab es auch andere interessante Titel anzuschauen.

Wir haben bereits über Kinect berichtet, und vor allem über die Tatsache, dass das System von Microsoft bisher ganz klar auf Casual-Gamer ausgerichtet ist. Längere Zeit hatte das auch für Move so ausgesehen, doch nun konnten wir auch andere Seiten des Motion Controllers sehen.
Im Mascotte in Zürich durften wir nämlich mehrere Spiele antesten. Zum Beispiel gab es die Move-Version von „Heavy Rain“, die aber niemanden grossartig überraschte. Spannender war die unerwartete, spielbare Version des neuen Titels aus der „SOCOM“-Reihe. Und das bedeutet eines: endlich auch ein Spiel für Core-Gamer. Scheint Microsoft im Vornherein vor allem nur Casual-Gamer ansprechen zu wollen, will Sony mit Move die Möglichkeit wahrnehmen, auch Core-Gamer zu begeistern, denn solche brauchen immer einen Controller, heisst es bei Sony.
Natürlich spielte sich „SOCOM“ ziemlich ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Um wirklich geschickt agieren zu können braucht es definitiv viel Übung. Aber nach einigen Boot-Camp-Move-Trainings könnten Move-Gamer online die Nase vorn haben, denn mit Move kann man natürlich um einiges schneller reagieren.
Mit „Kung Fu Rider“ gab es einen absolut abgefahrenen – typisch japanischen – Titel zu sehen. Als Büroangestellter brettert man mit einem Bürostuhl die Strassen hinunter und legt mit stylishen Moves schwarzgekleidete Gegner auf’s Kreuz. Absurd? Oh ja.
„The Shoot“ erinnert dank Pistolenaufsatz an die gute alte Zeit der Lightgun-Shooter und zwei hübsche, leicht bekleidete Frauen haben uns „SingStar Dance“ vorgeführt.
Zu mehrt machen diese Spiele einen Heidenspass, zumindest eine gewisse Weile. Bisher werden sicherlich einge spassige Spieleabende mit Snacks und Drinks auf uns alle warten.

Das ist zwar alles ganz nett aber – was bringt das der Gamewelt? Die Core-Gamer werden trotz „SOCOM“ auch bei Move eher unterbedient, zumindest für den Moment. Casual-Gamer werden aber an dem Gebotenen sicher eine Weile lang ihre Freude haben, das ist keine Frage. Aber wie sieht es mit der Langzeitmotivation aus? Zwar könnten viele Wii-Spiele auch eine Portierung für Move erfahren, sodass die grössten Klassiker dann auch für PlayStation-Spieler zugänglich werden würden. Nichtsdestotrotz müssen die Entwickler sich aber ranhalten. Auf Lorbeeren zu liegen mag bequem sein, aber auf Dauer wird das ungemütlich Nicht, dass dasselbe passiert, wie seinerzeit mit der angekündigten Revolution um „Eye Toy“. - Noch fehlen die ganz grossen Hits, aber im Gegensatz zu Microsoft, zeigt Sony immerhin die Bereitschaft auch für Core-Gamer einige Spielspasstüren offen zu lassen.

Die Technik stimmt nämlich – Anders als bei Kinect können Bewegungen bei Move schon besser umgesetzt werden. Wirkliche Signalverluste haben wir beim Spielen selten beobachtet. Das liegt aber nicht an der Hardware, sondern besonders an den Spielen. Und da ist Sony momentan im Vorteil, denn die Spiele sind bisher breiter angesiedelt und funktionieren vor allen Dingen besser und genauer.
Nun gilt es, die Technik weiterhin so gut umzusetzen. Wichtig ist dabei aber auch, nicht zu vergessen, dass man mit dieser Technologie auch Innovationen produzieren kann und soll.

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