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LG Optimus 7

Das Smartphone im Test

Hardware: Test Guest

Was während vielen Jahren nicht gelungen ist, will Microsoft mit Windows Phone 7 ändern. Während Windows Mobile 6.0 noch mit Mikro-Icons – welche fast nicht zu treffen waren – antrat und eher das Gefühl eines Desktops vermittelte, änderte der Redmonder seine Strategie ganz! Die Oberfläche kommt nun übersichtlich daher und bietet ausreichend Anpassungsmöglichkeiten. Während beim iPhone der Homescreen festgelegt ist und die Apps unsortiert in einer Liste erscheinen, geht WP7 hier andere Weg: In der Appliste, welche ebenso fix wie beim iPhone ist, können die verschiedenen Programme direkt auf den Homescreen befördert werden. Auf welchem sich die Symbole ebenfalls anordnen lassen. Somit kann der Anwender selber entscheiden, welche Anwendungen ihm wichtig sind und setzt an einen schnell erreichbaren Platz.

Durchdachtes Designkonzept

Während auf Android-Geräten jede App ein bisschen anders aufgebaut ist, legt WP7 Wert auf ein durchgehendes Navigationskonzept. So wird in jeder App durch einen Wisch nach rechts oder links der Menüpunkt gewechselt. Ebenso in den Einstellungen, welche übrigens aus nicht mehr als zwei Ebenen bestehen und sind damit wohl die übersichtlichsten auf dem Markt sind.

Social Networking

Networken ist in! Das weiss offenbar auch Microsoft und integriert als einziger Smartphone-Entwickler Facebook, ohne dass spezielle Apps benötigt werden. Wer jedoch mehr sehen will, als nur seine Freunde und Timeline, der installiert zusätzlich die Facebook-App. Welche übrigens – genau wie Twitter – dem Designkonzept von WP7 folge leistet und mit der klassischen Wischbewegung bedient wird. Weniger sozial, aber nicht weniger genial, ist die vollständige Google-Integration. Gerade als vorheriger Besitzer eines Android-Phones weiss man diese Funktion zu schätzen. Während iPhone-User vergebens nach eine Kontakt- und Kalender-Synchronisation mit Google suchen, werden WP7-Benutzer relativ schnell fündig. Übrigens: Der Google-Kalender kann als Standard definiert werden, damit Termine nicht im Hotmail-Kalender gespeichert werden. Ein kleines aber feines Detail!

Xbox LIVE

Gerade interessant für Gamer ist die Xbox-LIVE-Integration, welche eigentlich leider nicht so betitelt werden dürfe. Denn das Einzige, was daran erinnert, ist der schön grüne Hintergrund, der Gamertag sowie der Gamer-Score. Mehr wurde nicht integriert. Wer darauf gehofft hat, mit MS-Points Games einzukaufen, darf diese getrost auf der richtigen Xbox ausgeben. Denn diese haben es leider nicht ins Phone geschafft. Xbox LIVE ist nichts weiter als ein Game Center, welches an die Microsoft-Konsole erinnert. Trotzdem dürfte dieser Hub für Gamer einer der interessanteren sein, da die Games gut aufgeräumt und übersichtlich daher kommen.

Kein Produkt ohne kleine Mängel

Doch auch mit Windows Phone 7 wurde Microsoft nicht vor Mängel verschont. Manche gewollt, andere Ungewollt. Zu ersterem gehört die fehlende Copy-&-Paste-Funktion – welche jedoch im nächsten Update nachgeliefert werden soll. Der Marketplace nimmt durch die Hintergrund-Werbung immer wieder skurriles Design an. Zum Beispiel die Sims 3- Werbung: Weisse Schrift auf einem hellgrünem Hintergrund – extrem lesbar! Abgesehen davon ist diese auch noch sehr leer und die Preise sind überzogen. Wer zahlt 14.00 Franken für eine App auf dem Handy? Externe Speicherkarten sind Momentan nicht vorgesehen – Hardwarehersteller dürfen diese aufgrund der strengen Microsoft-Vorgaben auch nicht einbauen. Was jedoch nicht heisst, dass diese nicht erkannt würden. So setzt das HTC Mozart beispielsweise nur auf eine SD-Karte. Welche jedoch so verbaut wurde, dass man sie nicht entfernen kann.

Zum Gerät

Ein flottes Betriebssystem bringt leider nichts ohne entsprechendes Handy. Wir haben uns das LG Optimus 7 angeschaut. Welches in einem edlen Alu-Gehäuse daher kommt und sehr stabil wirkt. Mit dem Snapdragon 1GHz Prozessor von Qualcomm dürfte das Gerät den besten Prozessor unter allen WP7-Handys besitzen. Auch das Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixel lässt sich sehen. Die Kamera leistet die standardmässigen 5 Megapixel, hat einen LED-Blitz und kann HD-Videos aufnehmen. Ebenso lassen sich – LG exklusiv – damit Panorama-Bilder machen. Leider arbeitet diese aber nicht immer präzise, somit entstehen lustige Verschiebungen im Bild. Des Weiteren lassen mit Augmented Reality  Informationen zu in der Nähe befindlichen Sehenswürdigkeiten, Lokalen und anderen Orten einblenden.  Der interne Speicher wurde mit 16GB genug gross bemessen und dürfte für eine Weile reichen.
Der Bildschirm ist kontrastreich und gibt die Farben natürlich wieder. Mit der SuperAMOLED-Technologie von Samsung ist er jedoch immer noch nicht vergleichbar: Schaut man das Display von der Seite an, so verblassen die Farben leicht. Damit lässt es sich aber gut leben, denn wer bedient sein Handy schon seitlich?
Alles in allem macht das Optimus 7 von LG einen sehr soliden Eindruck und lässt sich nur weiterempfehlen. Über die etwas weniger qualitativ wirkende Windows-Taste, im unteren Teil kann man getrost hinwegsehen.
Das Smartphone kann im Handel zu einem Preis von 699.- Franken erworben werden.

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