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Papa Sangre

Spiel ohne Optik

Test Nico getestet auf iPhone

Der AppStore ist der ideale Ort für aussergewöhnliche Spiele. Spiele, die als vollwertiges Konsolenprodukt nie überleben würden. Noch heute zählt beispielsweise "Zen Bound 2", welches bei uns im Test eine Traumbewertung erhielt, zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Unter unserem Seziermesser befindet sich nun ein weiteres Indie-Spiel: "Papa Sangre".

Somethin’ Else

Das Entwicklerstudio Somethin’ Else macht mit seinem Wunderwerk "Papa Sangre" Ihrem Namen alle Ehre. Das Schreiben einer Rezension fiel mir persönlich noch nie so schwer wie bei "Papa Sangre", weil das Spiel wirklich etwas Aussergewöhnliches ist.

Das Spezielle ist, dass der Schauplatz des Geschehens in eurer eigenen Vorstellung stattfindet. Alles war ihr während der gesamten Spielzeit mit euren Augen festhalten könnt, sind zwei Fussabdrücke und einen Kompass. Doch dazu später mehr.

Die Spielwelt müsst ihr euch also in eurer eigenen Fantasie ausdenken. Ich persönlich stelle mir immer einen verlassenen dunklen Raum vor, der in weiter Ferne bloss eine einzige Tür hat, durch die ihr euch in Sicherheit bringen könnt. In jedem dieser Räume gilt es nun verschiedene Klangsymbole zu finden und schliesslich den Ausgang. Erst dann seid ihr wirklich in Sicherheit.

Die Welt der Blinden

Wenn ich nun auf den Spielablauf zu sprechen komme, hilft es, wenn ihr euch vorstellt, ihr wärt blind. Alles auf das ihr euch verlassen könnt, kommt durch eure Kopfhörer (die ihr beim Spielen unbedingt tragen müsst). Wie erwähnt gilt es ja, bis zu drei verschiedene Klangsymbole (ob Schlüssel oder nicht, liegt in eurer Fantasie) zu finden. Hört ihr nun ein akustisches Signal aus eurem linken Kopfhörer, bedeutet dies, dass sich das Element zu eurer Linken befindet. Nun müsst ihr mittels eures Kompasses die Laufrichtung ändern. Als nächsten Schritt benötigt ihr nun die beiden abgebildeten Füsse. Drückt diese abwechslungsweise um zu laufen. Dabei gilt es auf den Rhythmus zu achten, da ihr sonst umfällt und euch bald einmal der Game-Over-Bildschirm begrüsst. Hört ihr das Geräusch nur sehr schlecht, ist es dementsprechend weit von euch entfernt. Je lauter das Geräusch wird, desto näher kommt ihr dem Signal.

Das hört sich leicht an, ist es auch, wären da nicht fiese Fallen überall versteckt. Vereinzelt liegen an fiktiven Orten lose Holzbretter am Boden (die ihr auch nur durch akustische Signale "sehen" könnt), welche beispielsweise schlafende Feinde wecken. Kommen euch diese zu nahe, sterbt ihr. Sollte der Fall also eintreten, dass ihr auf einem Holzbrett landet, merkt ihr sofort ob dieses Missgeschick euren Feind geweckt hat oder nicht.

Nebst den schlafenden Feinden (z.B. Hunde), haben die Gegner noch allerlei anderer Verhalten auf Lager. Die einen patrouillieren stets eine bestimmte Strecke, die andern sind auf einem fixen Posten und bewegen sich nicht. In den 25 Levels, die ihr absolvieren könnt, nimmt der Schwierigkeitsgrad dabei stets zu. Anfangs mag das Spiel recht einfach sein, doch spätestens ab dem zehnten Level werden auch Profis gefordert.

Ich liebe diese Stimme

Selbstverständlich wird euch das Spielverhalten im Spiel auch noch erklärt. Eine der freundlichsten Stimmen mit leichtem spanischem Akzent, erklärt euch alles auf Englisch. Sie gibt euch auch regelmässig Auskunft darüber, wie viele Schlüssel ihr noch finden müsst, bevor ihr zum Ausgang marschieren könnt. Glücklicherweise unterbricht dies das Spielgefühl nie. Auch sonst weiss der Soundtrack zu begeistern. Die Signale sind stets präzise und nebenbei klingen Sie auch angenehm.

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