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Dance Central 2 (Kinect)

Hüftenschwinger im Doppelpack

Test Alain Jollat getestet auf Xbox 360

Nicht zu Unrecht wird das zum Launch von Kinect erschienene Tanzspiel "Dance Central" als Genreprimus gehandelt. Nun hat Harmonix den Nachfolger veröffentlicht. Vieles bleibt beim Alten, aber einige Neuerungen lassen sich sehen.

Ich bin ein lausiger Drummer, ich bin ein unbegabter Gitarrist und um meine Gesangsqualitäten steht es auch nicht gerade gut. Und trotzdem hat mir Harmonix‘ Party-Kracher "Rock Band 3" das Gefühl gegeben, es zusammen mit meinen Freunden richtig weit bringen zu können. Zugegeben, vielleicht nur auf der mittleren Schwierigkeitsstufe, aber darum geht es ja nicht.

Die Entwickler aus dem us-amerikanischen Cambridge haben es einfach drauf, einem auch bei mässigem Talent unglaublich zu motivieren, insbesondere innerhalb eines Teams. Das hat man auch bei „Dance Central“ gleich von Beginn weg gemerkt. Ich bin weiss Gott nicht der begnadetste Tänzer, den jemals die Sonne auf diesem Planeten erblickt hat und würde ich in einer Casting-Show vortanzen, sähe man meine Bemühungen vermutlich nur innerhalb einer "Leider nein!"-Zusammenfassung.

Und trotzdem gab einem der Vorgänger von "Dance Central 2" das Gefühl, gar nicht so schlecht zu sein.Screenshot

Der Mechanismus

Während bei "Rock Band" die Noten ins Bild rauschen und im richtigen Moment die korrekte Taste gedrückt oder auf das richtige Becken geschlagen werden muss, so sind bei "Dance Central 2" die sogenannten Setcards das Mass aller Dinge. Eine kleine Abbildung und eine entsprechende Bezeichnung gibt dabei an, welche Bewegung man durchführen soll. Und damit es etwas einfacher wird, tanzt einem dies eine Tänzerfigur vor. Man muss also eigentlich nur die Bewegungen kopieren. Je besser man das hinbekommt, umso mehr Punkte sammeln sich auf dem Konto an. Und je mehr Punkte man einfährt, mit umso mehr Sternen wird die Leistung am Ende des Songs bewertet. Wenn eine Bewegung falsch durchgeführt wird, dann wird einem das durch einen roten Rahmen am entsprechenden Körperteil des Tänzers dargestellt, damit man seine Bewegung anpassen und korrigieren kann. Hilfreich ist ebenfalls die eigene Silhouette, die oben klein dargestellt wird. So sehen wir, was Kinect sieht.

Im Grunde genommen ist das schon die ganze Magie hinter dem Tanzspiel. Natürlich macht das Spiel aber mehr Spass als es diese etwas gar trockene Umschreibung vermuten lässt. Strenggenommen tut sie dem Spiel mit der Zusammenfassung der Mechanik sogar etwas unrecht, aber es kommt in dem Fall auch unbedingt aufs Drumherum an.Screenshot

Da tanzt der Bär

"Dance Central 2" ist ein Partyspiel. Definitiv. Man bemüht sich zwar, auch Einzelspieler glücklich zu machen, aber seien wir ehrlich: "Lips" oder "SingStar" holt man dann aus seiner Spielkiste hervor, wenn Besuch da ist. Und aus dem Grund gehe ich zuerst aufs Party-Erlebnis ein.

Die umfangreiche Songliste lässt das Herz jedes Disco-Königs höher schlagen: So polieren wir unser Ego mit Lady Gagas Born This Way auf, entdecken unsere weibliche Seite mit Venus von Bananarama, geniessen die Bässe mit Darude und seinem Sandstorm oder wissen, dass der Club nicht genug ist: Club Can’t Handle Me. Die 44 Songs sind alles richtige Kracher. Und wem das nicht genug ist, der darf gegen einen Obolus die Songs aus dem ersten Teil importieren. Und wer sich zusätzliche Songs heruntergeladen hat, der darf diese auch im Nachfolger verwenden. Ohne zusätzliche Kosten.

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