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God of War - Test

Episch, brutal, grossartig

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 4

Kratos war schon immer für seine zurückhaltende Art bekannt, besonders wenn es darum geht, den Gegnern den Schädel zu spalten oder ihnen kurzerhand bei lebendigem Leib den Bauch aufzuschlitzen. Seine brachiale Gewalt stellt der Spartaner auch in seinem neuen Abenteuer immer wieder zur Schau. Der Krieger zeigt nun jedoch auch Emotionen auf der gemeinsamen Reise mit seinem Sohn. Doch nicht nur diese Neuerung macht das Action-Adventure von Sony Santa Monica zu einem unverzichtbaren Erlebnis für PS4-Besitzer.

Fünf Jahre lang mussten Fans der Reihe auf eine Rückkehr von Spartaner Kratos warten. Das Prequel "God of War: Ascension" bot auf der PS3 solide Actionkost, konnte sich jedoch mit den vorherigen Teilen der Kernreihe nur bedingt messen. Nun schickt Entwickler Sony Santa Monica ein neues Abenteuer des wenig zimperlichen Kriegers ins Rennen und verändert die bisherige Serienformel dabei in fast jedem Bereich. Weshalb wir trotz – oder gerade wegen – des erhöhten Storyfokus und dem neuem Kampfsystem begeistert sind, verraten wir in unserem Test.

Die Brut des Prügelkönigs

Während sich Halbgott Kratos in den vorherigen Serienteilen ausschliesslich mit Gegnern aus der griechischichen Mythologie anlegte und neben Todesgott Hades sogar Göttervater Zeugs selbst richtete, ist er nun in der Nordischen Mythologie angekommen. "God of War" versetzt euch nämlich nach Midgard, also die nordische Welt von Göttern wie Odin und Donnerhammer-Schwinger Thor. Genau dort will der Spartaner eigentlich zur Ruhe kommen und gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn Atreus alt werden. Als seine Frau stirbt, soll der junge Atreus ihren letzten Wunsch erfüllen und die Asche seiner Mutter auf dem höchsten Berg Midgards verstreuen.

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Obwohl Kratos es anfangs wohl nie zugeben würde, ist ihm dieser letzte Wunsch heilig. Bevor er mit Atreus jedoch losziehen will, möchte er den Jungen zunächst auf die Gefahren in der Welt vorbereiten. Und das scheint eine langwierige Aufgabe zu sein. Denn Atreus ist kein unverwüstlicher Hüne wie sein Vater. Er ist klein, dürr und kränklich. Kratos muss den Plan, seinen Sohn zunächst für die Reise zu wappnen, jedoch kurzfristig überdenken. Denn ein rätselhafter Mann greift die beiden an und bereitet dem Leben des Spartaners um ein Haar ein jähes Ende. Kratos und Atreus ziehen also sofort aus um den langen und beschwerlichen Weg anzutreten.

Das klingt zunächst womöglich alles ein bisschen konstruiert. Tatsächlich aber bildet es eine nachvollziehbare Grundlage für die folgende Reise – und die Entwicklung, die Vater und Sohn in dieser Zeit durchlaufen. Denn während Atreus zunehmend lernt, sich in der Welt und sogar im Kampf zu behaupten, findet Kratos einen Zugang zu seinen Gefühlen. Ist er zu Beginn noch ähnlich wortkarg, wie man ihn aus den Vorgänger-Spielen kennt, zeigt er später jedoch zunehmend, wie sehr sein Herz an Atreus hängt, und dass er auch sonst zu Mitgefühl imstande ist. Im Rahmen von Atreus' Entwicklung ergeben sich jedoch auch Konflikte, die ihren Teil zur spannenden und wendungsreichen Geschichte beitragen. Denn spätestens, als der Spross des Kriegers erfährt, dass sein Vater ein Gott ist, droht er in seinem neuen Selbstverständis auszuufern.

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