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Wasteland 3 - Test / Review

Ein Fest für Rollenspiel-Manager

Test Video nedzad.hurabasic getestet auf PlayStation 4

Sechs Jahre mussten "Wasteland"-Fans auf den dritten Teil der Serie warten. Jetzt bringt inXile Entertainment unter Leitung von Entwicklerlegende Brian Fargo das aktuelle Werk heraus. Doch kann es den hohen Erwartungen der Fans gerecht werden? Wir haben das Spiel ausführlich unter die Lupe genommen.

Was für ein Spiel ist "Wasteland 3" überhaupt? Für all diejenigen, die mit der Reihe bislang nichts am Hut hatten, sei gesagt, dass die Story zwar an Teil 2 anknüpft, aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos verständlich ist. "Wasteland 3" ist eine Mischung aus Rollen- und Strategiespiel. Während ihr in der postapokalyptischen Welt des eiskalten Colorado herumlatscht und mit NPCs (Nicht-Spieler-Charakteren) labert, seid ihr mitten im Rollenspiel-Part des Games integriert. Kommt es unweigerlich zu Kämpfen, schaltet das Spiel in den rundenbasierten Strategiemodus, in dem beide Seiten nacheinander ihre Züge ausführen. Wer zuerst ballern darf, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Jetzt wird es kalt

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... und immer wieder stolpert man dabei in Hinterhalte

Doch der Reihe nach: Bevor ihr euch ins Getümmel stürzt, erklärt "Wasteland 3", was es überhaupt von virtuellen Abenteurern will: Ihr seid knallharte Desert Ranger, die aus dem heissen Arizona gekommen sind, um die Strolche des Nachbar-Bundesstaats auszuradieren. Dabei seid ihr zunächst darauf angewiesen, mit dem Despoten - genannt "Patriarch" - zusammenzuarbeiten. Der hält Bevölkerung und Kriminelle unter der Knute, hat jedoch ein Problem mit dem störrischen Nachwuchs. Seine drei Kinder, alle mehr als verhaltensgestört, um es mal milde zu formulieren, wollen ihn stürzen - und das sollen die Ranger verhindern. Zum Dank für eure Kooperation schenkt euch der Diktator einen abgewrackten Bunker, der fortan als Stützpunkt fungiert und ausgebaut wird. Dafür müsst ihr aber im Laufe des Spiels Verbündete rekrutieren, die den Laden etwa um eine Waffenkammer oder ein Gefängnis bereichern.

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Die Entwickler scheuen sich nicht davor, Splatter-Grafik und harsche Sprache einzusetzen

Apropos Alliierte: Ihr zieht nicht allein in dieses brutale Himmelfahrtskommando. Zum einen, weil ihr mit einer Gruppe von Charakteren durch das winterliche Colorado reist. Zum anderen, weil ihr das Spiel auch kooperativ mit einem Kumpel zocken könnt. Deshalb ist es anfangs notwendig, zwei Hauptcharaktere zu erstellen, ganz gleich ob ihr solo spielt oder zu zweit. Bis zu vier Ranger belegen die insgesamt sechs Plätze eurer Party, zwei weitere rekrutiert ihr nach Belieben im Zuge der Abenteuer. Bei allen selbst erstellten Figuren habt ihr umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten von der Optik bis hin zu Talenten und Ausrüstung, was jederzeit geändert oder angepasst werden kann. Das Ganze kann im Laufe des Spiels sehr ausufern, ihr müsst also stets die 7 Attribute, 22 Fertigkeiten und spezielle Vorteile jeder Figur im Auge behalten und nach einem Stufenaufstieg erworbene Punkte verteilen. Ja, ihr solltet Mikromanagement lieben, wenn ihr "Wasteland 3" zocken wollt - und dabei haben wir das üppige Loot noch nicht mal erwähnt. Die reichlich eingesackte Beute landet nämlich im Inventar, das sich die gesamte Gruppe teilt. Hier wird es trotz Untergruppen schnell unübersichtlich, weil das Interface nicht gerade ideal aufgebaut ist. Das gilt insbesondere für den Vergleich der einzelnen Schiesseisen und anderer Tötungsgegenstände untereinander. Andererseits ist das Rollenspiel inkonsistent, was die interagierenden Gegenstände betrifft: Mal wird der Mauszeiger zu einer Hand, dann wieder nicht. Insgesamt wirkt das Spiel an dieser Stelle nicht nur arg "retro", sondern sogar krude.

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Wofür soll man sich entscheiden?

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