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Mafia: Definitive Edition - Test / Review

Ein erstklassiges Remake

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 4

Gut 18 Jahre nach dem Ur-Release lässt 2K Games das Gangster-Epos von Illusion Softworks in neuem Glanz erstrahlen. Entwickler Hangar 13 verpasst dem Spiel aber nicht nur eine moderne Grafik, sondern wertet das Action-Adventure auch spielerisch und sogar erzählerisch deutlich auf. Weshalb das ein Angebot ist, dem man nicht widerstehen kann, erfahrt ihr im Test.

Tommy Angelo ist Taxifahrer in Lost Heaven. Viel Geld verdient man in dem Job nicht, aber es reicht, um sich über Wasser zu halten. „Lieber arm und am Leben, als tot“ lautet Tommys Motto. Doch der junge Italo-Amerikaner beginnt selbiges infrage zu stellen, als er eines Nachts notgedrungen den Mafia-Schlägern Paulie und Sam zur Flucht verhilft. Exakt mit dieser Mission hatte auch das originale „Mafia“ im Jahr 2002 begonnen. Die sogenannte Definitive Edition orientiert sich auch in den folgenden 19 Hauptmissionen am seinerzeit vom tschechischen Studio Illusion Softworks entwickelten Actionspiel, ist jedoch weit mehr als eine technisch auf den aktuellen Stand gebrachte Neuauflage. Denn hier verlaufen die Mission teils völlig anders, es gibt neue Mechaniken, neue Sprecher und eine Reihe neuer und erweiterter Dialog- und Zwischensequenzen. Wie genau es „Mafia 3“-Entwickler Hangar 13 gelingt, mit dem Remake sogar das fantastische Original zu übertreffen, erfahrt ihr im Folgenden.

Tommy's Way

Wie eingangs bereits erwähnt, umfasst die Definitive Edition von „Mafia“ zunächst einmal dieselben 20 Hauptmission die die Ur-Fassung. Ich erlebt also zunächst, wie genau Tommy mit der Mafia in Kontakt kommt, sich dem Salieri-Clan anschliesst, eine der beiden grossen „Familien“ der Stadt Lost Heaven, und schliesslich Schutzgelder eintreibt oder im Auftrag des Don Anschläge auf lästige Lokalpolitiker verübt. Dabei sind sogar die Namen der Missionen (grösstenteils) identisch, der Verlauf allerdings unterscheidet sich mitunter stark vom Original. Als Tommy später eine Prostituierte, die zu viel weiss und den Mund nicht halten kann, ausschalten soll, macht er sich im Remake nicht alleine auf den Weg zu einem Hotel. In der Neuauflage wird er von Sam begleitet, was gleich mehrere bedeutende Unterschiede mitbringt. Denn im Gespräch auf der Fahrt zum Einsatzort richtet Sam eine Bitte an Tommy, die dessen spätere Entscheidung in besagter Mission in ein ganz anderes Licht stellt.

Screenshot

Das ist natürlich nur eines von etlichen Beispielen für kleinere und grössere Änderungen in den Missionen. Bei der anfänglichen Flucht mit Paulie und Sam vor Mitgliedern des verfeindeten Morello-Clans gilt es nicht bloss ein Verfolgerfahrzeug abzuhängen. Stattdessen klemmen sich gleich mehrere Karren hinter euer Taxi, die ihr mit dem Durchfahren von Baustellen und schliesslich einem Sprung über die halb hochgezogene Zugbrücke abschüttelt. Kleine Notiz am Rande: Anders als im Original mussten wir später nie an besagter Brücke warten, weil sie gerade nach oben geklappt ist. Auch bei den Verfolgungen, in denen ihr der Jäger seid, mischen sich weitere Gegner oder auch die Polizei ein, was diese Sequenzen erheblich ereignisreicher und spannender macht.

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