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Transport Fever 2 - Vorschau / Preview

Wer nicht transportiert, verliert

Vorschau Video Achim Fehrenbach

Reibungslos funktionierende Waren- und Personentransporte sind ein ästhetischer Genuss - zumindest für die grosse Schar an Simulator-Fans da draussen. Mit "Transport Fever 2" will das Schweizer Studio Urban Games die Zielgruppe in Verzückung versetzen. Wir haben es angespielt.

Einen Überblick der wichtigsten Neuerungen bietet unser Video-Interview

Unser Blick schweift aus dem Zugfenster - auf eine träge vorbeirollende Landschaft. Seufz. Wäre das hier eine Fahrt aus "Transport Fever 2", dann wäre sie, nun ja, nicht sonderlich effizient. Doch dies ist kein Spiel, sondern journalistischer "Alltag": Wir sitzen in einem historischen Zug der Dampflokfreunde Berlin e. V., der eine Schleife nach der anderen rund um die deutsche Hauptstadt dreht - und dabei durch Orte wie Pankow, Köpenick und Potsdam kommt. Die Idee dahinter ist durchaus cool: Während der angemietete Zug durch die Landschaft rattert, testen Medienschaffende die Vorabversion des Simulators "Transport Fever 2" - und zwar an Laptops im Speisewagen. Netter Nebeneffekt der rund siebenstündigen Fahrt: Wir sind beim Spielen nur noch motivierter, wirklich effiziente Transportstrecken zu konstruieren.

"Transport Fever 2" soll im 4. Quartal 2019 erscheinen. Es ist der mittlerweile dritte Titel des Schaffhausener Studios Urban Games. Schon die Vorgänger "Train Fever" (2014) und "Transport Fever" (2016) waren sehr erfolgreich: Mit einer halben Million verkaufter Exemplare legte der erste Transportfieber-Teil den Grundstein für die Expansion des Studios, das nun rund 15 feste und mehrere externe Mitarbeiter beschäftigt. Im Sequel soll alles grösser, schöner und leichter bedienbar werden: Zu den wichtigsten Neuerungen zählen eine 20-stündige Kampagne, ein leistungsfähiger Karten-Editor und ein übersichtlicheres Interface. Daneben haben die Entwickler an vielen kleineren Stellschrauben gedreht. So gibt es jetzt unter anderem modulare Bahnhöfe und Transportstationen, eine neue Klimazone (tropisch!) und einblendbare Layer für Geräusch-Emissionen. So weit, so gut! Doch wie fühlt es sich an, eine derart umfangreiche Transportsimulation zu spielen? Gelingt dem Spiel die Balance zwischen Komplexität und Einsteigerfreundlichkeit?

Screenshot

Zünftiges Ambiente: der Sonderzug für die Spielepräsentation

Um das zu testen, gehen wir als Erstes unter die Lebensmittel-Transporteure. Entwickler Lukas Frischknecht hat für uns eine Hands-on-Session vorbereitet, in der wir Berlin mit Brot versorgen sollen. Dass die Stadt genau das benötigt, sehen wir an der Nachfrage im eingeblendeten Menü. Zentrale Herausforderung im Spiel ist, möglichst reibungslos funktionierende Transportketten zu konstruieren - egal ob sie nun Lebensmittel transportieren, Baumaterial oder Passagiere. Als angehender Brottransport-Mogul errichten wir also zunächst eine Versorgungslinie, die Korn von einem Bauernhof in eine Brotfabrik bringt. Über eine weitere Verbindung gelangt das Brot dann ins hungrige Berlin. Um Waren transportieren zu können, benötigen wir die passenden Verkehrsmittel - hier nehmen wir einen Kredit auf, um uns mehrere Lieferwagen leisten zu können. "Wichtig ist, dass man nicht zu viele Fahrzeuge hat", erläutert Lukas Frischknecht. Denn wenn die Autos, Züge, Schiffe und Flugzeuge halb leer sind, verschwenden wir logischerweise Geld. Eine akzeptable Auslastung erreichen wir, indem wir genügend Waren produzieren, in diesem Fall also für reichlich Getreidenachschub in der Brotfabrik sorgen. Und weil wir als Transportunternehmen wachsen wollen, müssen wir uns ständig neue Abnehmer erschliessen. Geld erhalten Spieler übrigens erst dann, wenn Waren oder Passagiere am Ziel eintreffen - die Warenpreise selbst unterliegen nicht unserem Einfluss. Neu ist, dass wir auch schon mit einer kurzen Lieferkette Geld verdienen können und nicht mehr alles bis zum Endprodukt durchbauen müssen.

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