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Filme für Gamer - Kino-Special

2020 im Überblick: Kinotipps für Spielefans

Artikel Video Achim Fehrenbach

Ein rasender Igel, ein eigenwilliger Nicht-Spieler-Charakter und ein uns wohlbekannter Glücksritter: Das Kinojahr 2020 hat für Fans von Computerspielen jede Menge zu bieten. Wir stellen euch Filme vor, die entweder an bereits existierende Games andocken oder sich prima als Vorlage eignen.

Mit Computerspiel-Verfilmungen ist es so eine Sache, denn sie gehen ziemlich oft daneben. Schon als "Super Mario Bros." 1993 in die Kinos kam, waren die Fans der schnauzbärtigen Klempner verwirrt: Das farbenfrohe Pilzkönigreich hatte sich auf der Leinwand in ein Dystopia verwandelt. Mario (Bob Hoskins) und Luigi (John Leguizamo) alberten durch "Dinohattan", das unter der Fuchtel des durchgeknallten Königs Koopa (Dennis Hopper) stand. Der chaotische Mix verschlang 50 Millionen US-Dollar Produktionskosten. Tragisches Detail: Mario konnte im Film nicht mal richtig springen ...

"Super Mario Bros." war längst nicht der einzige Reinfall unter den Computerspiel-Verfilmungen. Auch in den folgenden Jahrzehnten bekleckerten sich Filmemacher nicht mit Ruhm, wenn es darum ging, erfolgreiche Gaming-Franchises in Kino-Blockbuster zu transformieren. Ob "Mortal Kombat" (1995), "Wing Commander" (1999) oder "DOOM" (2005), sie alle scheiterten an der miserablen Umsetzung. Einige Verfilmungen erlangten durch ihren hohen Trash-Faktor geradezu Kultstatus, etwa die "Resident Evil"-Streifen von Paul W. S. Anderson. Andere waren gewollt trashig, aber einfach nur grottig, zum Beispiel die Machwerke von Uwe Boll ("BloodRayne", "Alone in the Dark", "Far Cry"). So manchem Spielefan wurde das Herz ganz schwer, wenn das Lieblingsspiel bei der Verfilmung aufs Schlimmste verhunzt wurde. Aber es gab auch Ausnahmen: Filme wie "Prince of Persia: Der Sand der Zeit" (2010) oder auch "Tomb Raider" (2018) waren durchaus gelungene Versuche, die Faszination des jeweiligen Spiels einzufangen - was nichts daran ändert, dass die meisten Adaptionen enttäuschend verliefen. Unter anderem, weil sie unbeholfen versuchten, das Gameplay nachzubilden - und dabei Story und Charaktere vernachlässigten. "Spieleverfilmungen scheitern häufig daran, dass die Macher zu wenig ausprobieren, dass sie zu vorsichtig sind", sagt Andreas Rauscher, der 2015 im Frankfurter Filmmuseum die Ausstellung "Film und Games. Ein Wechselspiel" kuratierte. Wer Gaming-Marken nur als Cashcows sieht, scheitert.

Gleichwohl setzt Hollywood auch weiterhin auf Spieleverfilmungen. Kein Wunder, sind Games doch bei jüngeren Zielgruppen das mit Abstand populärste Medium. Die Kinoindustrie will von dieser Popularität profitieren - und verfilmt selbst Games, die man sich nur mit grosser Fantasie als Film vorstellen kann, zum Beispiel "Centipede", "Fruit Ninja" und "Tetris". Letzteres soll gar als Science-Fiction-Trilogie erscheinen, wie Filmproduzent Larry Kasanoff dem Magazin "Empire" versicherte. Na dann ...

Auf Teil 1 von "Tetris" werden wir wohl noch bis 2022 warten müssen - wenn wir denn wirklich darauf warten. Schon in den kommenden Monaten erscheinen allerdings mehrere Computerspiel-Verfilmungen, die durchaus Potenzial besitzen - und hoffentlich besser werden als vieles, was bisher an Games verfilmt wurde. Den Anfang macht Mitte Februar "Sonic the Hedgehog". Neben besagten Game-Adaptionen stellen wir euch hier auch noch andere Filme vor, die sich entweder gut als Game eignen würden oder Games an sich thematisieren, etwa der Film "Free Guy", der einen Nicht-Spieler-Charakter zur Hauptfigur macht. Solche "Filme über Games" können ja durchaus erfolgreich sein, wie "Ready Player One" unlängst gezeigt hat. (Über das peinliche Gerard-Butler-Vehikel "Gamer" von 2009 breiten wir jetzt mal den Mantel des Schweigens.) Also: Viel Spass mit unserer Vorschau!

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