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Dragon Age: Inquisition

Biowares The Witcher 3

Vorschau Benjamin Kratsch

Bioware will mit „Dragon Age: Inquisition“ zurück auf den Rollenspiel-Thron und ist bereit dafür viel zu riskieren: Das Kampfsystem ist taktischer und dynamischer, lässt viel mehr eigene Ideen zu und wird unterstützt durch die Frostbite Engine 3. GAMES.CH hat Bioware im kanadischen Edmonton besucht, sagt euch warum die draussen wachsenden Eiszapfen gegen einen feuerspeienden Drachen helfen, warum auch Bienenkörbe physikalisch nützlich sind und "Baldur's Gate 2" als Vorbild diente. „Dragon Age: Inquisition“ – Mega-Preview.

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Ryan S / Benjamin K.

„Dragon Age: Inquisition“ lebt von seiner Dynamik, seiner Taktik und seinem Geist. Das hebt es merklich von seinem oft verschmähten Vorgänger „Dragon Age 2“ ab. Wir agieren nicht nur, wir reagieren. Wenn über den Köpfen unserer Gefährten ein tonnenschwerer Drachen donnert, mit seinen Klauen einen Reiter vom Pferd reisst und seinem Schwanz ein halbes Haus einreisst, dann müssen wir clever sein. Wir können nicht nur agieren, nicht nur zaubern und schlagen, Pfeile abschiessen und Heilzauber auf Verwundete wirken. Wir müssen die ganze Macht der Frostbite Engine 3 ausnutzen, denn deshalb nutzt Bioware sie. Gegen den Flammenatem hilft auch eine Rüstung mit Feuer-Resistenz nur wenig, doch einer unserer Magier kann eine Eiswand aufbauen.

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„Eine Eiswand?“, wirst du fragen. „Eine Eiswand schmilzt doch, wenn so ein Biest auch nur niesen muss“, wirst du sagen. Richtig, aber es muss dazu seinen Feuerstrahl von unserer Gruppe wegrichten und die Eiswand anvisieren. Das gibt uns Zeit unseren Schurken einzusetzen, uns unter den Drachen zu rollen und ihm unser Schwert in den Fuss zu treiben. Das lässt ihn hinken. Schalten wir jetzt auf Freeze, frieren also die Zeit ein und wechseln aus der taktischen Kameraperspektive auf den Armbrustschützen mit der dicken Knollnase – Varric Thetras feiert sein Comeback. Der schiesst seinen Pfeil in den rechten Flügel des Reptils, so hindern wir es zu fliegen. Am Boden ist so ein Drachen leichter bekämpfbar, aber bei weitem nicht unfähig sich zu verteidigen. Er verfügt nämlich über diverse Trefferzonen, die reichen von „Vorsicht, kizzlig“ bis „aua, hier tut es richtig weh“. Durch die dicken Schuppen ist so ein Drache fast am ganzen Körper stark „gepanzert“. Natürlich nicht im Sinne von kugelsicherem Glas oder bombenfestem Titan, aber durch seine Schuppenhaut am Bauch, Rücken oder den Seiten geht kein Pfeil durch, keine Lanzenspitze und auch ein Langschwert führt eher zu einem leichten Jucken, denn echten Verletzungen.

Bis zum Drachenschlächter ist es ein weiter Weg in der Next-Gen-Open-World von „Dragon Age: Inquisition“.

Reue und Kampfeslust: Das neue Bioware

 ScreenshotBioware zeigt sich bei unserem Besuch im kanadischen Edmonton kämpferisch und zur Reue verpflichtet zugleich. Wir haben es selten erlebt, dass ein Studiochef und damit hoher Manager wie Aaron Flynn recht offen und ehrlich sagt: „Wir sind uns unserer Schuld bewusst. Bei „Dragon Age 2“ ist eine Menge schief gegangen und wir müssen eine Menge bei unseren Fans wieder gut machen“. Flynn ist nicht gerade der Typ Zeschuk oder Muzyka, die in Interviews oft gelächelt und gerne geflachst haben. Er macht eher einen ernsten, sehr konzentrierten Eindruck. Flynn ist bewusst, das sich die Zeiten geändert haben. CD Projekt RED drängt mit sehr viel Personal, Kreativität und Können auf den Thron – wenn sie dort durch „The Witcher 2“ nicht sogar schon sitzen. Bioware ist nicht mehr der unangefochtene König unter den Rollenspielen, die eigene Entscheidungen zulassen. Doch Bioware weiss auch was sie können und muss sich jetzt ohne ihre Galeons-Figuren beweisen. Nach dem „Mass Effect 3“-Trommelfeuer der Community hat sich die einstige Management-Spitze, die auch stark in die Spieleentwicklung involviert war, eine längere Auszeit genommen und aus dem Unternehmen zurückgezogen. Zeschuk entwickelt heute neue, kanadische Biersorten und hat eine Web-TV-Show, in der er erklärt wie man das beste Bier braut (http://thebeerdiaries.tv). Muzyka hingegen ist gerade von einer Weltreise zurück, stellt gerne seine wunderschönen Fotos von Pinguinen & Co. auf seiner Facebookseite zur Schau, investiert in Start-Ups und spricht auf Konferenzen.

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